Mehr als 2.700 Forscher aus 80 Nationen beteiligten sich daran. Über 540 Expeditionen wurden im Rahmen des Census durchgeführt. Dabei wurden eine Unmenge von Daten gesammelt, neue Lebensformen entdeckt und bekannte Arten weiter erforscht. Der Endbericht des Census liegt seit Oktober 2010 vor.

Grundsätzlich ging es beim Census darum, das Wissen über die Artenvielfalt, die Verteilung der Spezies und die Anzahl ihrer Vertreter zu erweitern. Alle gesammelten Daten werden in der Online-Datenbank OBIS (Ocean BioGeographic Information System) zugänglich gemacht. Allerdings richtet sich diese Datenbank vor allem an die Fachöffentlichkeit.

Die Bilanz des Census of Marine Life kann sich sehen lassen. Die Zahl der bekannten Arten erhöhte sich in einer Dekade von 230.000 auf gut 250.000, und durch Anwendung von Genanalysen von 35.000 Spezies lernten die Forscher viel über Beziehungen zwischen den Arten. Auch über die Verteilung des Lebens im Meer liegen jetzt viel genauere Daten vor, die in Kartenform in der OBIS-Datenbank abgerufen werden können. Zusätzlich zur Feldforschung wurden auch historische Daten über den Artenbestand zusammengetragen. Anhand historischer Basisdaten von Sichtungen, Fängen und sogar von Speisekarten dokumentierte das Census-Projekt einen Rückgang bei den Arten und auch bei den Größen der Meeresbewohner. Aufgrund der gewonnenen Daten wurden zehn Gruppen von Meerestieren identifiziert, deren Bestände in den letzten 20 bis 50 Jahren um 90 Prozent zurückgegangen sind. Da hierunter die beliebten Speisefische, aber auch Haie zu finden sind, ist das Fazit des Census auch als Aufruf zu einer nachhaltigeren Nutzung der Meere zu verstehen. Aber es gibt auch Anzeichen, dass Schutzmaßnahmen wirken, denn immerhin zeigte sich, dass die Bestände von Walen und Robben wieder um gut 20 Prozent gegenüber dem Tiefststand gestiegen sind.

First Census of Marine Life 2010 | PDF

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