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Dieses konjunkturelle Hoch beflügelt auch die Immobilienwirtschaft, zumal auch vermehrt internationale Investoren in den Markt zurückkehren.

Auch die weiteren konjunkturellen Aussichten sind gut. Nach Prognose des IW Köln wird das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2011 um 2 ¼ Prozent zulegen. Andere Institute, wie etwa Kiel Economics, sind noch optimistischer und schätzen das Wachstum in diesem Jahr auf 3,2 Prozent. Für 2012 gehen die Institute durchschnittlich von einem Zuwachs von 1,8 Prozent aus. Positiv sind auch die Aussichten für die Beschäftigung. So erwartet das IW Köln, dass die Arbeitslosenquote in diesem Jahr von 7,5 auf 7,0 Prozent sinkt und die Zahl der Erwerbstätigen insgesamt um 0,5 Prozent zulegt. Manche Institute sehen die Arbeitslosenquote im Jahr 2012 sogar bei unter 6 Prozent. Diese Beschäftigungszuwächse haben einen direkten Effekt auf die Flächennachfrage und dürften damit zu Preissteigerungen im Büromarkt beitragen.

Eine weitere Entspannung ist auch in der Finanzierung zu erkennen. Nach der jüngsten Umfrage der Deutschen Bundesbank unter den Geschäftsbanken gibt es eine weitere Lockerung bei den Kreditrichtlinien, wie etwa den Anforderungen an die Sicherheiten. Insbesondere für kleinere und mittlere Unternehmen sollte sich der Zugang zu Fremdkapital erleichtern, aber auch für große Unternehmen sollten sich die Konditionen in den nächsten 3 Monaten verbessern. Als Ausnahme sind allerdings risikoreichere Kredite wie etwa für Projektentwicklungen zu nennen: In diesem Geschäftsfeld steigen die von den befragten Banken geforderten Risikoprämien weiter, was sich auf die Zinshöhe auswirkt. Grundsätzlich wird jedoch erwartet, dass die Zinsen niedrig bleiben. So geht die Mehrzahl der Banken und Wirtschaftsforschungsinstitute davon aus, dass sowohl die kurzfristigen als auch langfristigen Zinsen nur moderat steigen. Entsprechend werden die Inflationsgefahren weiterhin als gering eingestuft.

Das Bündel an guten Nachrichten weckt Erwartungen, natürlich auch an die Entwicklung im Büromarkt. Nach Daten von BulwienGesa ist der Aufschwung jedoch zumindest in den 7 A-Städten noch nicht angekommen. So stiegen die Spitzenmieten nur in Berlin und die Durchschnittsmieten zogen nur in München an. In allen anderen Städten stagnierten die Werte oder gingen sogar zurück. Auch Leerstände konnten nur in zwei der sieben Städte abgebaut werden.

Der Blick auf den BIBIX zeigt, dass auch die weiteren Aussichten entgegen dem konjunkturellen Trend nicht ungetrübt sind.* Sowohl in Deutschland insgesamt als auch in den Bundesländern Bayern, NRW und Hessen ist die Arbeitslosigkeit unter Bürobeschäftigten gestiegen. Allein in Hessen sank der Index zwischen Oktober 2010 und Januar 2011 um über 25 Prozentpunkte (Schaubild). In den drei Bundesländern sind besonders viele A-Städte, so dass sie einen Indikator für die weitere Flächennachfrage darstellen. Tatsächlich dürfen die strukturellen Probleme des Büromarktes nicht übersehen werden, wie zum Beispiel der hohe Leerstand, die zunehmende Tendenz zum Off-shoring bei Dienstleistungen und die demografische Entwicklung. Trotz guter konjunktureller Lage ist daher in diesem Jahr eher eine gebremste Entwicklung zu erwarten.

*Der BIBIX erfasst die Anzahl der arbeitlosen Bürobeschäftigten sowie die Zahl der gemeldeten Stellen und bietet somit einen Frühindikator für die Bürobeschäftigung. Der BIBIX wird monatlich aktualisiert (www.immobilienoekonomik.de).

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