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Dass dies auch fundamental gerechtfertigt ist, zeigen die aktuellen Ergebnisse für den BIBIX, den Büroimmobilienbedarfsindex des IW Köln. Dieser Index erfasst die Anzahl der arbeitlosen Bürobeschäftigten sowie die Zahl der gemeldeten Stellen und bietet somit einen Frühindikator für die Bürobeschäftigung. Diese wiederum stellt einen maßgeblichen Bestimmungsfaktor für die Büromieten dar.

Seit Januar 2010 hat der BIBIX um 7 Indexpunkte zurückgelegt. Berücksichtigt man, dass der BIBIX saisonbedingt im Juli leicht rückläufig war, ist der Zuwachs sogar noch größer. Allerdings befindet sich der Index noch nicht auf dem Vorkrisenniveau. Dennoch erweist sich die Bürobeschäftigung in der Weltwirtschaftskrise als sehr stabil. Schließlich ist der BIBIX im Zuge der New Economy Krise Anfang des Jahrzehnts wesentlich kräftiger zurückgegangen. Bedingt durch die gute Beschäftigungslage ist davon auszugehen, dass es kaum weitere Korrekturen bei den Büromieten geben wird. Inwieweit es Potenzial für Mietsteigerungen gibt, hängt von der weiteren Entwicklung ab.

Seit diesem Monat wird der BIBIX nicht mehr nur für Deutschland, sondern auch für einzelne Bundesländer bestimmt. Hessen, Nordrhein-Westfalen und Bayern verfügen jeweils über besonders viele Bürohochburgen, weshalb der BIBIX zunächst für diese Bundesländer berechnet wird. Da die Metropolen der wesentliche Arbeitsort für Bürobeschäftigte sind, die meisten Arbeitnehmer jedoch im Umland wohnen, lässt sich von den Bundesländern auch auf die jeweiligen Bürometropolen schließen. Die Bedeutung der Bürometropolen für die gesamte Bürobeschäftigung wird auch dadurch unterstrichen, dass in den 7 größten deutschen Städten etwa ein Fünftel aller sozialversicherungspflichtigen Bürobeschäftigten arbeiten.

Auffällig ist, dass die BIBIX-Werte für Bayern, Hessen und NRW unter dem Bundesdurchschnitt liegen. Tatsächlich hat die Wirtschaftskrise die westdeutschen und vor allem die südlichen Bundesländer besonders stark getroffen. Gerade die bayrische Wirtschaft ist sehr exportintensiv, weshalb der Einbruch des Welthandels sich dort beson-ders deutlich bemerkbar gemacht hat. Allerdings holt Bayern sehr schnell auf: Seit Januar 2010 ist der BIBIX für Bayern um 27 Indexpunkte gestiegen.

Auch wenn sich die Niveaus unterscheiden, wird doch deutlich, dass die Bundesländer einem einheitlichen Trend folgen. Dies bestätigt die Aussagekraft des BIBIX als Frühindikator.

Die positive Beschäftigungsentwicklung ist ein gutes Zeichen für die Immobilienwirtschaft. Damit jedoch auch das Transaktionsgeschäft wieder in Gang kommt, muss die Versorgung mit Krediten gewährleistet sein. Der aktuelle Bank Lending Survey der Bundesbank zeigt jedoch, dass es noch keine Entspannung bei den Kreditrichtlinien gibt und die Institute auch nicht mit einer kurzfristigen Lockerung rechnen. Auf der anderen Seite erwarten die Banken jedoch eine deutlich anziehende Kreditnachfrage in den nächsten Monaten. Damit wird sich noch im Laufe des Jahres 2010 zeigen, ob die Banken wieder leistungsfähig genug sind, um eine zunehmende Kreditnachfrage bedienen zu können. Sollte dies nicht der Fall sein, werden diejenigen Immobilienunternehmen im Vorteil sein, die über den Kapitalmarkt finanzielle Mittel für wieder lohnende Investitionen einwerben können.

Der BIBIX wird monatlich aktualisiert und unter www.immobilienoekonomik.de veröffentlicht.

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