Bürobeschäftigte Image

Die Bürobeschäftigung ist ein wichtiger Indikator für die Nachfrage nach Büroimmobilien. Umso erfreulicher ist es, dass sich der Beschäftigtenaufbau auch im 4. Quartal 2012 fortgesetzt hat. So gab es bundesweit gegenüber dem Vorjahresquartal einen Zuwachs von 2,9 Prozent. Seit 2008 ist die Bürobeschäftigung damit um fast 10 Prozent gestiegen. Allerdings gab es gegenüber dem Vorquartal nur noch einen Zuwachs von 0,2 Prozent, was auf erste Bremsspuren hindeutet.

In den großen Bürometropolen ist die Lage sogar noch etwas erfreulicher. In Düsseldorf und Hamburg ist die Bürobeschäftigung gegenüber dem Vorjahresquartal um mehr als 4 Prozent gewachsen, in Köln, Stuttgart und München sogar um mehr als 5 Prozent. In Berlin hingegen hat sich der Beschäftigungsaufbau etwas verlangsamt, wobei jedoch das Wachstum immer noch stärker ist als im Bundesdurchschnitt. Frankfurt am Main als wichtigster Büroimmobilienstandort fällt jedoch weiter ab. Gegenüber dem Vorjahresquartal gab es ein Minus von 1,2 Prozent. Die Mainmetropole ist immer noch von den strukturellen Problemen in der Finanzindustrie gekennzeichnet. Allerdings gibt es auch ermutigende Zeichen: So gab es gegenüber dem Vorquartal ein Plus von 1,1 Prozent und damit ein stärkeres Wachstum als in Berlin und München. In Hamburg und Stuttgart waren die Zuwächse im gleichen Zeitraum jedoch fast dreimal so hoch.

Bürobeschäftigung

Sozialversicherungspflichtige Bürobeschäftigte, 1. Quartal 2008 = 100

Abseits der großen Metropolen ist die Entwicklung noch einmal deutlich differenzierter. Gegenüber dem Vorjahresquartal konnten vor allem Duisburg (+3,1 Prozent), Bonn (+3,3 Prozent), Dortmund (+4,8 Prozent) und Bremen (+5,8 Prozent) zulegen. In Magdeburg (-1,1 Prozent), Essen (-0,9 Prozent), Leipzig (-0,4 Prozent) und Wiesbaden (+0,4 Prozent) war die Entwicklung hingegen eher unbefriedigend. Gegenüber dem Vorquartal konnten besonders Bonn und Bremen mit einem Zuwachs von über 4 Prozent punkten, in Hannover und Nürnberg gab es hingegen mit einem Rückgang von jeweils etwa 0,5 Prozent einen Dämpfer.

Neben der Veränderung der Bürobeschäftigung als Indikator für die Büronachfrage sollten Investoren auch die Volatilität der Beschäftigungsentwicklung beachten. Schließlich verspricht eine konstantere Nachfrage auch eine geringere Schwankung der Durchschnittsmieten und damit einen stabileren Cash-Flow. Zur Messung der Volatilität wurde der Variationskoeffizient für den Zeitraum 1/2008 bis 4/2012 bestimmt.

Für Deutschland beträgt der Variationskoeffizient insgesamt 2,7 Prozent, d. h. die Beschäftigung schwankt durchschnittlich um 2,7 Prozent gegenüber dem Mittelwert der Beschäftigung. Die stärksten Schwankungen gibt es in München (5,7 Prozent), Mainz (5,0 Prozent) und Bremen (4,5 Prozent). Besonders stabil entwickelt sich die Bürobeschäftigung hingegen Frankfurt am Main (1,2 Prozent), Magdeburg (1,0 Prozent) und Wiesbaden (0,9 Prozent).

Bestimmung der Bürobeschäftigung

Das IW Köln ermittelt die Bürobeschäftigung auf der Grundlage der Wirtschaftszweigklassifikationen. Betrachtet werden dabei nur die Wirtschaftszweige, bei denen überwiegend Bürobeschäftigte tätig sind. Dies sind insgesamt 23 Wirtschaftszweige (von etwa 90), zu denen u. a. die Informationsdienstleister, das Versicherungsgewerbe, die öffentliche Verwaltung und die Finanzdienstleister zählen.

Durch die Erfassung der Bürobeschäftigung über einzelne Wirtschaftszweige ist eine Vollerhebung der Bürobeschäftigung zwar nicht möglich, aber es lassen sich Trends ableiten. Auf Grundlage der ausgewählten Wirtschaftszweige können etwa 60 bis 70 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Bürobeschäftigten erfasst werden.

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