Als zentrale Säule der Energieversorgung stellt die Stromwirtschaft nicht nur für die privaten Haushalte den größten Teil der Energie zur Verfügung, sondern versorgt auch Teile des Verkehrswesens, die gesamte Dienstleistungsbranche und wichtige Bereiche der Industrie mit Energie. Eine unsichere Stromversorgung wäre für das Leben und Wirtschaften in Deutschland ebenso schwer zu ertragen wie überhöhte Preise. Wie wichtig der gesicherte Zugang zur elektrischen Energie ist, hatte der Stromausfall im Münsterland sehr deutlich gemacht.

Der Beitrag „Regulierungen im Strommarkt – Umweltschutz und Wettbewerb“ greift die wichtigsten Diskussionen über Regulierungen der Stromwirtschaft auf. Dazu werden zunächst die wesentlichen Merkmale der einzelnen Primärenergiequellen und die jeweiligen ordnungspolitischen Fragestellungen angesprochen. Hierauf aufbauend werden anschließend die bedeutendsten umweltpolitisch motivierten Regulierungen beleuchtet, durch die den privaten und industriellen Stromverbrauchern nicht unerhebliche Kosten entstehen: die im Rahmen der Ökosteuer eingeführte Stromsteuer, das Erneuerbare-Energien-Gesetz und der 2005 begonnene europaweite Handel mit Kohlendioxid-Emissionsrechten.

Im Anschluss daran werden die Wettbewerbsfragen thematisiert, die innerhalb der Stromwirtschaft relevant sind. Dabei geht es vor allem um die von der Europäischen Kommission forcierte Liberalisierung des Strommarktes, die mit der Einsetzung einer Regulierungsbehörde in Deutschland 2005 in eine neue Phase eingetreten ist. Insbesondere der Zugang zum Leitungsnetz stellt einen Engpassfaktor dar, durch den Kosten senkender Wettbewerb im Stromnetz behindert werden kann. Dass bei der Liberalisierung des Strommarktes in anderen europäischen Ländern unterschiedliche Wege gegangen werden, zeigt der abschließende Ausblick auf verschiedene europäische Beispiele.

Hubertus Bardt: 
Regulierungen im Strommarkt – Umweltschutz und WettbewerbIW-Positionen Nr. 17, Köln 2005, 11 Euro, ISBN 3-602-24114-9