Seit Anfang der 1990er Jahre gibt das Bundesumweltministerium alle zwei Jahre eine Studie zum Umweltbewusstsein in Deutschland in Auftrag. Hierzu wurden 2006 mehr als 2.000 Bundesbürger in persönlichen Interviews befragt. Gegenüber 2002 stieg der Anteil derer, die bei einem „Weiter so“ eine Umweltkatastrophe erwarten, von 54 auf 62 Prozent. Im Vergleich zu anderen Themen rangierte der Umweltschutz 2006 auf dem siebten Platz, hinter Problemen des Arbeitsmarktes, der sozialen Sicherung und des Schulsystems. In den Jahren 2002 und 2004 war es der achte Rang. Umweltbewusstsein ist dabei eher ein Thema der höher Gebildeten und mittlerweile auch der Älteren – bzw. derjenigen, die vor zwanzig Jahren noch zu den jungen Erwachsenen zählten. Ost- und Westdeutsche unterscheiden sich aktuell nicht mehr in ihrem Umweltbewusstsein.

Bei einer offenen Frage nach dem wichtigsten Handlungsfelde hat sich der Umweltschutz auf den zweiten Rang, gleich nach dem Arbeitsmarkt, vorgearbeitet. Aus den frei gegebenen Antworten werden auch die Gründe für die aktuelle Konjunktur des Umweltthemas deutlich: Die Bürger sorgen sich vor allem um die Energie und das Klima. Da beide Themen derzeit hoch auf der politischen Agenda stehen und Klimaberichte sowie Wetterkapriolen das Ihre zu dem Trend beisteuern, dürften Umweltfragen weiter an Bedeutung gewinnen.

Weniger sicher ist, dass der Bürger auch als Konsument seine Umweltpräferenzen in ein entsprechendes Verhalten ummünzt. Laut Umfrage ist die Zahlungsbereitschaft für verschiedene Maßnahmen mit Umweltbezug nur leicht gestiegen. Die sozialwissenschaftliche Forschung der letzten Jahrzehnte hat jedoch ergeben, dass diese Bereitschaft stark von anderen Zielen überlagert wird und die Welt anders aussieht, wenn es zum Schwur kommt.

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