Finanzen der IG Metall Image

Die IG Metall finanziert sich fast ausschließlich über Mitgliedsbeiträge. Beschäftigte (Voll- wie Teilzeit), Auszubildende und Studierende in berufsbegleitenden Studiengängen zahlen als Mitgliedsbeitrag monatlich 1 Prozent ihres Bruttoeinkommens. Sie stellen knapp zwei Drittel der Mitglieder. Ermäßigte Sätze gibt es unter anderem für Rentner, Arbeitslose und Studierende. Im Jahr 2011 beliefen sich die Beitragseinnahmen der IG Metall nach eigenen Angaben auf 459 Millionen Euro (Tabelle). Die Gesamteinnahmen (Erträge) liegen aufgrund von Zinsen und sonstigen Erträgen etwas darüber.

In der langfristigen Betrachtung hat sich die Finanzsituation der Gewerkschaft deutlich verbessert. Zwischen 2003 und 2006 waren die Beitragseinnahmen laut Geschäftsbericht infolge der rückläufigen Mitgliederentwicklung von 439 auf 424 Millionen Euro gesunken. Sinkende Einnahmen zwingen zu einer Reduzierung von Ausgaben, was zulasten der Schlagkraft geht. Um dem entgegenzusteuern, wurde die finanzielle Stärkung der Organisation zu einer zentralen Aufgabe. Mehr Mitglieder sollen die Finanzkraft stärken und die Handlungsfähigkeit nach dem Motto „Finanzkraft ist Kampfkraft“ verbessern. Um die knappen Finanzmittel effizienter zu investieren, setzt die IG Metall außerdem seit einigen Jahren eine Organisationsreform um, die die örtlichen Verwaltungsstellen stärkt.

Diese Strategie hat sich ausgezahlt. Seit 2007 geht es mit den Beitragseinnahmen wieder aufwärts. Die Gewerkschaft verlor weniger Mitglieder und die Bruttoverdienste der Beschäftigten stiegen in den Aufschwungsjahren 2007 und 2008 kräftig. Beides führte dazu, dass die Beitragseinnahmen 2007 um 6,1 und 2008 noch einmal um 13,2 Millionen Euro stiegen. Wirtschaftskrise und Kurzarbeit bremsten den finanziellen Aufschwung 2009 und 2010 zwar vorübergehend; im Jahr 2011 ergab sich aber schon wieder ein Plus von 17 Millionen Euro, das zu einem historischen Einnahmerekord führte.

Der Blick auf die Ausgaben zeigt, dass die IG Metall in den Jahren nach 2003 gespart hat, die Ausgaben aber 2008 und 2009 explodiert sind. Im Jahr 2010 wurde erneut konsolidiert, insbesondere bei den gewerkschaftlichen Agitationskosten (z.B. Kampagnen). Da zusätzlich bereits gebildete Rückstellungen in Höhe von 3,6 Millionen Euro aufgelöst wurden, konnten die Ausgaben um etwa 10 Millionen Euro auf knapp 488 Millionen Euro gesenkt werden. Größter Ausgabenposten sind die Ausgaben an die Ortskassen (die örtlichen Verwaltungsstellen, die auch die zentralen Anlaufstellen für Mitglieder sind). Sie machen mehr als ein Drittel der Gesamtausgaben aus. Es folgen die Verwaltungskosten (u.a. Personalkosten, Energiekosten, Mieten, Honorare, Beratungskosten), auf die rund ein Viertel der Ausgaben entfällt.

Die wichtigste Satzungsleistung der IG Metall ist die Streikunterstützung. Mit 12 Millionen Euro flossen die höchsten Streikgelder im Jahr 2003 (Streik zur Einführung der 35-Stunden-Woche im Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen), 2011 waren es 7,1 Millionen Euro. In den Jahren 2004, 2005 und 2007 wurde weniger als eine halbe Million Euro an Streikgeld ausgezahlt. Gefüllt wird der Streikfonds aus den Rückstellungen für Leistungen nach der Satzung, in die pro Jahr 15 Prozent der Beitrags¬einnahmen fließen. 12 Prozent der Beitragsein¬nahmen gehen jährlich an den DGB und an internationale Gewerkschaftsorganisationen.

Zwischen 2003 und 2010 überstiegen die Ausgaben die Einnahmen – allerdings nach Rückstellungen in Höhe von 15 Prozent der Beitragseinnahmen. Zum Ausgleich wurde auf Mittel aus dem Vermögen zurückgegriffen. Im letzten Jahr gelang die für spätestens 2012 angestrebte Wende: Es wurde ein Überschuss von 5 Millionen Euro erzielt.

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Im Rahmen des vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales initiierten Dialogs „Arbeit 4.0“ werden gegen Ende dieses Jahres Vorschläge präsentiert, wie die sozialen Bedingungen und Spielregeln der zukünftigen Arbeitsgesellschaft gestaltet werden sollen. Dabei wird auch über eine Regulierung des Crowdworkings diskutiert. mehr

IW-Gewerkschaftsspiegel, 30. November 2016

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Im Dezember 1916 wurden die Gewerkschaften in Deutschland als Interessenvertreter der Arbeitnehmer anerkannt. Hundert Jahre später kämpfen nicht nur die deutschen Gewerkschaften gegen ihren Bedeutungsverlust. mehr

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Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat in zwei Entscheidungen vom 25.8.2015 das Arbeitskampfrecht weiterentwickelt – jeweils am Streik der Fluglotsen (1 AZR 875/13 und 1 AZR 754/13). Am 26.7.2016 ist die dritte Lotsenstreik-Entscheidung ergangen (1 AZR 160/14), mit der seit längerer Zeit einmal wieder ein Streik für rechtswidrig erkannt und hieraus eine Schadensersatzpflicht der streikenden Gewerkschaft abgeleitet worden ist. mehr