Deutscher Beamtenbund Image

Der dbb wurde 1918 im Zuge der politischen Umwälzungen nach dem Ersten Weltkrieg gegründet. Während der Weimarer Republik bestand der dbb aus rund 50 Mitgliedsverbänden mit mehr als einer Millionen Mitgliedern. Damals wie heute stellt er in Deutschland den zentralen Dachverband für jene Gewerkschaften dar, welche die Interessen von Beamten und Arbeitnehmern im öffentlichen Dienst vertreten. Im Jahr 1933 wurde der dbb von der NSDAP übernommen. Das bisherige Hauptziel, als gewerkschaftliche Interessenvertretung zu agieren, wurde durch das Ziel ersetzt „am Neubau des Reiches“ mitzuarbeiten. Am 15. Oktober 1933 wird die gleichgeschaltete Organisation in „Reichsbund der Deutschen Beamten“ umbenannt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wollte der dbb wieder an seine demokratische Tradition anknüpfen und neu konstituieren. Zunächst gründeten sich in Westdeutschland verschiedene Landesverbände. Im Jahr 1949 schlossen sich die Landesverbände unter dem Namen „Deutscher Beamtenbund“ zusammen. Im September 1990 fusionierte dieser mit dem kurz zuvor gegründeten Gewerkschaftsverband Beamtenbund der DDR (GBB). Um die Interessenvertretung zu optimieren, verschmolzen 2012 der selbst nicht tariffähige „Deutsche Beamtenbund“ und seine 1969 als Gemeinschaft von Gewerkschaften und Verbänden des öffentlichen Dienstes (GGVöD) gegründete Tariforganisation, die seit 1974 Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst führte und sich 1969 in „dbb tarifunion“ umbenannte, zum „dbb Deutscher Beamtenbund und Tarifunion“.

Die Organisation besteht heute aus 16 Landesbünden. In den 43 angeschlossenen Mitgliedsgewerkschaften sind insgesamt 1,3 Mio. Mitglieder organisiert. Sie kommen aus fast allen Bereichen des Bundesdienstes, des öffentlichen Dienstes und auch aus dem privaten Dienstleistungssektor. Rund 371.000 Mitglieder sind Tarifangestellte, 912.000 sind Beamte. Damit liegt der Anteil der Tarifangestellten bei rund 29 Prozent. Dieser Anteil hat sich seit 1999 kaum verändert. Seitdem wuchs die Anzahl der Beamten um 44.478 und die Anzahl der Arbeitnehmer um 36.460. Insgesamt konnte der dbb seit 1999 über 80.000 neue Mitglieder gewinnen. Dabei nahm auch der Anteil der Frauen von 29,8 auf 31,8 Prozent leicht zu. Mit Ausnahme des Jahres 2010 gab es in jedem Jahr Mitgliedergewinne. In diesem Jahr traten rund 40.000 Mitglieder der GDBA vom dbb zum DGB über. Hintergrund war die Fusion zwischen der im dbb organisierten GDBA und der im DGB organisierten Eisenbahnergewerkschaft "Transnet" zur neuen Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft, die sich dem DGB anschloss.

Auf der letzten Jahrestagung im Januar 2015 kritisierte der dbb den Gesetzesentwurf zum Tarifeinheitsgesetz. Dieser sieht vor, dass bei Tarifkollusionen immer nur der Tarifvertrag der größten Gewerkschaft gültig ist. Dies greift nach Auffassung des dbb in unzulässiger Weise in die Koalitionsfreiheit ein. Deshalb hat die Organisation eine Klage beim Bundesverfassungsgericht eingereicht. Ein weiteres zentrales Thema war die zunehmende Gewalt gegen Beschäftigte im öffentlichen Dienst. Der dbb fordert, dass der Staat seine Fürsorgepflicht gegenüber seinen Angestellten einhält und nötige Schutzmaßnahmen auch in Zeiten der Sparpolitik ergreift. Hierzu gehörten präventive und strukturelle Maßnahmen, z.B. bessere Schutzkleidung für Polizisten oder eine optimierte Qualifikation für Konfliktsituationen, aber auch eine effektive Nachsorge von Beschäftigten, die während ihres Einsatzes psychische oder physische Gewalt erfahren haben.

Mitarbeit: Paula Hellmich

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Im Dezember 1916 wurden die Gewerkschaften in Deutschland als Interessenvertreter der Arbeitnehmer anerkannt. Hundert Jahre später kämpfen nicht nur die deutschen Gewerkschaften gegen ihren Bedeutungsverlust. mehr

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