Die Zahl der Beschäftigten im Catering schwankt in den einzelnen EU-Ländern zwischen wenigen Hundert in Lettland oder der Slowakei sowie gut 155.000 Arbeitnehmern hierzulande. Die Gewerkschaftslandschaft ist daher sehr unterschiedlich. In vier von insgesamt 23 untersuchten EU-Staaten existiert überhaupt keine Gewerkschaft, die die Beschäftigten der Betriebsgastronomiebranche organisiert. In zehn Ländern – darunter auch Deutschland – werden die Interessen der Beschäftigten in Tarifverhandlungen lediglich durch eine einzige Gewerkschaft vertreten. Allein in Frankreich, Italien, Portugal und Spanien kann bei fünf oder mehr Arbeitnehmervereinigungen von einer bunten Gewerkschaftslandschaft gesprochen werden.

In keinem Land existiert eine Gewerkschaft, deren Mitglieder sich ausschließlich aus Beschäftigten aus dem Catering-Sektor zusammensetzen. Für eine eigenständige sektorspezifische Gewerkschaftslandschaft ist der Wirtschaftszweig zu klein. Gewerkschaften agieren in der Regel entweder im gesamten Gastronomie- und Tourismusbereich wie zum Beispiel in Deutschland die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten, oder sie organisieren die Beschäftigten ausgewählter Berufsgruppen oder bestimmter Regionen. Zudem erschwert die kleinbetriebliche Struktur der Branche die Mobilisierungs- und Organisationsfähigkeit der Beschäftigten. In den wenigen Ländern mit mehreren Gewerkschaften stehen die Arbeitnehmerorganisationen beim Werben um Mitglieder im intensiven Wettbewerb.

Gewerkschaften
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Der Organisationsgrad ist in den meisten Ländern, für die Informationen vorliegen, sehr gering. Abgesehen von Finnland gelingt es den Gewerkschaften in keinem Land, 50 Prozent oder mehr der Branchenbeschäftigten zu organisieren. In Belgien, Italien, Slowenien und Ungarn beansprucht zumindest eine Arbeitnehmerorganisation, dass sie ihr Verhandlungsmandat von einer größeren Anzahl von Beschäftigten vertritt. In den übrigen Ländern liegt der Organisationsgrad allerdings unter 10 Prozent. Dies liegt ebenfalls an der kleinbetrieblichen Struktur, aber auch an der Dominanz weiblicher Beschäftigter im Catering. Arbeitnehmerinnen weisen häufig eine geringere Neigung auf, sich einer Gewerkschaft anzuschließen. Hierzulande kommt hinzu, dass im Catering viele geringfügig Beschäftigte arbeiten, die in der Regel eher unorganisiert bleiben.

Trotz des geringen Organisationsgrads ist der Deckungsgrad von Tarifverträgen in der Mehrzahl der untersuchten Länder außerordentlich hoch. In 14 der 23 Staaten sind nahezu ausnahmslos alle Beschäftigungsverhältnisse durch einen Tarifvertrag geregelt. Dies gilt selbst für Estland und Rumänien. Dies ist erstens darauf zurückzuführen, dass vorwiegend auf überbetrieblicher Ebene für den gesamten Sektor verhandelt wird und die Mitgliedschaft der Unternehmen in Arbeitgeberverbänden für den Geltungsbereich von Tarifverträgen das entscheidende Kriterium ist. Hinzu kommt zweitens, dass überbetriebliche Tarifverträge häufig für allgemeinverbindlich erklärt werden, sodass auch unorganisierte Unternehmen und deren Mitarbeiter in deren Geltungsbereich fallen. Dabei spielt es keine Rolle, ob eine oder mehrere Gewerkschaften im Catering aktiv sind.

Link: http://www.eurofound.europa.eu

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