Gewerkschaften in der Luftfahrtbranche
Gewerkschaften in der Luftfahrtbranche

In den Lüften herrscht Vielfalt. In 22 der 25 untersuchten EU-Staaten werden die Interessen der Beschäftigten in Tarifverhandlungen durch vier oder mehr Gewerkschaften vertreten. Besonders ausgeprägt ist der Gewerkschaftspluralismus in Dänemark, Finnland, Frankreich, Ungarn, Italien, den Niederlanden, Portugal, Rumänien, Schweden und Slowenien, wo zehn und mehr unterschiedliche Arbeitnehmerorganisationen existieren. In sechs Ländern – Österreich, Bulgarien, Luxemburg, Portugal, Schweden und UK – führt der Gewerkschaftspluralismus zu ausgesprochen starken Rivalitäten zwischen den Organisationen mit Blick auf die Berechtigung, Tarifverhandlungen zu führen oder auf politischer Ebene Einfluss zu nehmen. Lediglich in der Slowakei und in Lettland ist jeweils nur eine Gewerkschaft gelistet. Deutschland zählt mit fünf Gewerkschaften zu den Ländern, in denen der Gewerkschaftspluralismus im europäischen Vergleich mittelstark ausgeprägt ist.

Die Luftfahrtbranche ist geprägt durch eine starke Verbreitung von Berufsgewerkschaften. In den untersuchten EU-Staaten ist jede zweite aller Gewerkschaften, die Mitglieder vorrangig unter den Beschäftigten in der Luftfahrt rekrutieren, eine klassische Berufsgewerkschaft. Dies erklärt auch den Befund, dass in den meisten Ländern der Organisationsgrad vieler Arbeitnehmervereinigungen sehr niedrig ist und teilweise nur wenige Prozent der Beschäftigten in diesem Wirtschaftszweig ausmacht. Ein niedriger Organisationsgrad darf aber nicht mit einer geringen Schlagkraft in Tarifverhandlungen verwechselt werden, denn die Berufsgewerkschaften organisieren im besonderen Maße hochqualifiziertes Personal oder Spezialisten wie zum Beispiel Piloten, Fluglotsen oder Instandhaltungskräfte. Ein Arbeitskampf dieser Berufsgruppen ist dann stets mit einer starken Beeinträchtigung im Luftverkehr verbunden.

Der Deckungsgrad von Tarifverträgen liegt in 17 der 25 untersuchten Länder bei 75 Prozent oder darüber. In neun Staaten sind praktisch alle Beschäftigungsverhältnisse durch einen Tarifvertrag geregelt. Lediglich in Estland liegt der Anteil der erfassten Arbeitnehmer nur bei einem Drittel der Gesamtbeschäftigten der Branche. Dennoch überrascht der hohe Deckungsgrad von Tarifverträgen, denn nur in wenigen Fällen werden die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten auf Branchenebene ausgehandelt. Dass meist Firmentarifverträge geschlossen werden, ist eine Folge der hohen Marktkonzentration in der Luftfahrtbranche.

Link: http://www.eurofound.europa.eu/eiro/studies /tn0809027s /index.htm Stand: [2010-02-17]

Oliver Stettes

13. Januar 2017

ver.di Mit Streiklust gegen MitgliederschwundArrow

Fünfzehn Jahre nach der Gründung der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft fällt die Bilanz gemischt aus. Die Mitgliederzahl von ver.di ging um ein gutes Viertel zurück, die Finanzen sind wieder auf dem aufsteigenden Ast – auch dank höherer Lohnabschlüsse. mehr auf iwd.de

IW-Trends, 9. Januar 2017

Hagen Lesch Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.diArrow

Im Jahr 2001 schlossen sich fünf Gewerkschaften zur Vereinten Dienstleis­tungsgewerkschaft (ver.di) zusammen. Fünfzehn Jahre nach der Gründung fällt die ver.di-Bilanz eher gemischt aus. Die Anzahl der Mitglieder sank um 27 Prozent und die Tarifbindung ging in einzelnen Tarifbereichen spürbar zurück. mehr

Verdi im Kampfmodus
IW-Pressemitteilung, 9. Januar 2017

Gewerkschaften Verdi im KampfmodusArrow

Lufthansa, Eurowings, Amazon – das Jahr 2016 war wieder reich an Streiks. Das liegt auch an der veränderten Strategie von Verdi, wie eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zeigt: 15 Jahre nach ihrer Gründung setzt die Dienstleistungsgewerkschaft zunehmend auf Konfrontation. mehr