Digitalisierung und Mittelstand – Eine Metastudie Image

Speziell Prozessinnovationen spielen eine große Rolle, da sich das Produktivitätswachstum in den entwickelten Ländern gemessen an der Arbeitsproduktivität zuletzt stark verlangsamt hat (vgl. für Deutschland: Grömling, 2016). Für den starken deutschen Mittelstand bieten digitale Technologien die Chance, Prozesse zu optimieren und neue Märkte zu erschließen. Damit sind diese Technologien für die Weiterentwicklung der ökonomischen und technologischen Leistungsfähigkeit Deutschlands entscheidend.

Gerade kleine Unternehmen sind wichtig für den Innovationsprozess. Schumpeter (1909) argumentiert, dass sie eine besondere innovative Vitalität aufwiesen und deshalb der Motor des Unternehmertums seien. Gilder (1988) und Rogers (2003) betrachten kleine Firmen aufgrund ihrer Vielzahl und Vielfältigkeit als Treiber der Erneuerung, während Neuerungen nach dem Trial-and-Error- Prinzip für große, kapitalmarktorientierte Unternehmen kaum noch durchführbar seien. Geringe interne Bürokratie ermöglicht kleinen Firmen Flexibilität und Spezialisierung. Tatsächlich bilden große Unternehmen oft kleine Spin-offs, um Innovationsaktivitäten flexibel organisieren zu können (Eriksson/Kuhn, 2006). Jedoch sind viele kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Deutschland weniger innovativ als früher. Laut einer Befragung des Deutschen Industrie- und Handelskammertags – dem DIHK-Innovationsreport – wollten im vergangenen Jahr nur noch 40 Prozent der KMU, ein Drittel weniger als 2010, ihre Innovationstätigkeiten ausweiten (DIHK, 2015b). Außerdem konzentriert sich die Innovationsleistung der KMU in Deutschland auf immer weniger Unternehmen (Rammer/Schubert, 2016).

Digitalisierung als Treiber von Innovationen nimmt für KMU eine besondere Rolle ein. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie stark Digitalisierung in diesen Unternehmen in Deutschland ausgeprägt ist. Es gibt viele Studien, Umfragen und Experteninterviews, die sich dem Stand, dem Fortschritt und den Potenzialen der Digitalisierung im deutschen Mittelstand widmen. Sie kommen zum Teil zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen bezüglich der Dynamik der Digitalisierung. Die vorliegende Metaanalyse fasst die Ergebnisse von 46 Studien zusammen und zeigt Gemeinsamkeiten und Differenzen auf.

Dazu werden im Folgenden zunächst die wichtigsten Begriffe definiert (Kapitel 1.1) und sodann die Vorgehensweise der Untersuchung erläutert (Kapitel 1.2). Kapitel 2 widmet sich der Diffusion von Technologien innerhalb von Unternehmen und über Unternehmen hinweg. Kapitel 3 zeigt anhand der betrachteten Studien auf, wie der Status quo der Digitalisierung im Mittelstand ist. Anschließend werden in Kapitel 4 die Chancen untersucht, die Digitalisierung für mittelständische Unternehmen bietet, während Kapitel 5 sich mit Digitalisierungshemmnissen befasst. Aus den Ergebnissen werden in Kapitel 6 Handlungsempfehlungen für die Politik hergeleitet.

IW-Analyse

Vera Demary / Barbara Engels / Klaus-Heiner Röhl / Christian Rusche: Digitalisierung und Mittelstand – Eine Metastudie

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IW-Kurzbericht, 1. Dezember 2016

Oliver Stettes Gute Arbeit: Höhere Arbeitszufriedenheit durch mobiles ArbeitenArrow

Digitale Technologien ermöglichen die Flexibilisierung von Arbeitsort und Arbeitszeit und vergrößern damit den Spielraum für ein selbstbestimmtes Arbeiten. Die IW-Beschäftigtenbefragung 2015 bestätigt, dass mobiles Arbeiten in der Tat mit mehr Zeitsouveränität im Job einhergeht. Die Arbeitszufriedenheit von Beschäftigten, die mobil arbeiten, ist auch aus diesem Grund signifikant höher als die ihrer Kollegen, die nie mobil arbeiten. mehr

30. November 2016

Digitalisierung Digital und mobil für die FamilieArrow

Immer mehr Menschen in Deutschland arbeiten digital und mobil. Das führt zu einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie – wenn die Unternehmen die Chancen der Digitalisierung ergreifen. mehr auf iwd.de