Immer mehr junge Menschen entscheiden sich nach ihrem Schulabschluss dazu, das elterliche Umfeld zu verlassen und ein Studium an einer deutschen Hochschule aufzunehmen. Die besondere Anziehungskraft der Großstädte sowie der typischen Universitätsstädte, mit hohem Studentenanteil an der Gesamtbevölkerung, spiegelt sich in einer zunehmenden Anspannung des Teilmarktes des studentischen Wohnens wider. Ein vielfältiges kulturelles Angebot, gute Infrastruktur und ein solider Arbeitsmarkt sind aber nicht nur für Studenten ausschlaggebende Faktoren für die die Wahl solcher Standorte, sondern auch für junge Erwerbstätige, Senioren und Pendler. Die dadurch entstehende Konkurrenzsituation am Wohnungsmarkt, vor dem Hintergrund der Abkopplung der studentischen Einkommen von der generellen Einkommensentwicklung und steigender Mietpreise, führt zu der großen Herausforderung, die wachsende Zahl der Studenten mit bezahlbarem Wohnraum zu versorgen.

Die vorliegende Analyse zur Mietpreisentwicklung von Studentenwohnungen in elf ausgewählten Groß- und Universitätsstädten bildet einen Ansatz zur Schaffung von Markttransparenz für Investoren, Projektenwickler und die Wohnungswirtschaft als solche. Um das Marktgeschehen möglichst effizient abzubilden, wird bei der Berechnung der Mietpreisindizes auf ein hedonisches Verfahren zurückgegriffen, das sich in der Praxis weitestgehend als Standard durchgesetzt
hat (Deschermeier et al., 2014b). Die Datenbasis für die Berechnung stammt von ImmobilienScout24 und umfasst Angebotsdaten für Wohnimmobilien sowie detaillierte Objektinformationen.

Die Anspannung im Markt für studentisches Wohnen resultiert in den elf beobachteten Städten in teils deutlichen Steigerungen der Mieten zwischen den Jahren 2010 und 2015. Allein in Berlin, wo ein Student 2010 noch 331 € für eine 30m²-Musterwohnung zahlen musste, wurden im letzten Jahr schon 386 € für dieselbe Wohnung fällig. Auch in Städten mit ohnehin hohem Mietniveau, wie beispielsweise München oder Stuttgart, sind mit 16,5 Prozent beziehungsweise 18,2 Prozent deutliche Preissteigerungen zu verzeichnen. Grundsätzlich sind in den meisten der betrachteten Städte die Mieten im Markt für studentisches Wohnen stärker gestiegen als im Gesamtmarkt. Auch wenn sich in einigen Städten eine Stabilisierung der Entwicklung abzeichnet, wird sich der Druck im Markt, aufgrund anhaltender Zuwanderung und mäßiger Ausweitung
der Bautätigkeit, wahrscheinlich noch weiter erhöhen, was weitere Preissteigerungen zur Folge hat.

Gutachten für Deutsche Real Estate Funds Advisor

Philipp Deschermeier / Björn Seipelt / Michael Voigtländer: Ein Mietpreisindex für studentisches Wohnen

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6. Dezember 2016

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21. November 2016

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Defizite bei Informatikern und Internet lähmen ländliche Regionen
IW-Kurzbericht, 16. November 2016

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Die Verfügbarkeit von IT-Akademikern und Breitbandinternet ist elementar, um die Herausforderungen der Digitalisierung erfolgreich bewältigen zu können. Ländliche Regionen weisen jedoch einen riesigen Rückstand im Vergleich zu Städten auf – und ihre Probleme sind zum Teil hausgemacht. mehr