Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels wird für die Sicherung des Wohlstands und die Stabilisierung der Staatsfinanzen in Deutschland eine gezielte Fachkräftesicherungspolitik immer wichtiger. Diese muss an der Zahl der Erwerbspersonen, ihrem Erwerbsumfang und ihrer Produktivität ansetzen. Zuwanderung spielt hierbei eine zentrale Rolle, da sie nicht nur zu einer Vergrößerung, sondern auch zu einer Verjüngung der Erwerbsbevölkerung führt. In den letzten Jahren gelingt es Deutschland auch zunehmend besser, ausländische Fachkräfte zu attrahieren. So kamen im Jahr 2013 rund 437.000 Personen mehr nach Deutschland als das Land verließen, während in den Jahren 2008 und 2009 noch eine Nettoabwanderung zu verzeichnen war. Dabei sind viele der Neuzuwanderer sehr gut ausgebildet. So verfügten 31,1 Prozent der seit dem Jahr 2002 zugewanderten Personen im Alter zwischen 25 und 64 Jahren im Jahr 2012 über einen Hochschulabschluss. Betrachtet man alle Akademiker unter 65 Jahren in Deutschland, haben 10,2 Prozent einen ausländischen Studienabschluss und 2,9 Prozent einen ausländischen Schul- und inländischen Studienabschluss. Zuwanderer leisten also bereits heute einen zentralen Beitrag zu Fachkräftesicherung im hochqualifizierten Segment, zumal besonders viele von ihnen über einen Abschluss in einem MINT-Fach (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) verfügen.

Gutachten

Mounir Azzaoui / Dr. Wido Geis / Felicitas Kemeny / Plünnecke: Rendite akademischer Nachqualifizierung für zugewanderte Hochschulabsolventen

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Ansprechpartner

IW-Kurzbericht, 14. Februar 2017

Oliver Koppel / Axel Plünnecke Erste Erfolge der qualifizierten Zuwanderung aus IndienArrow

Bereits in den letzten Jahren haben Zuwanderer erheblich zur Fachkräftesicherung in MINT-Berufen beigetragen. Bestrebungen, MINT-Zuwanderer aus dem Herkunftsland Indien zu gewinnen, zeigen erste Erfolge – sowohl die Zahl der Beschäftigten in akademischen MINT-Berufen als auch die Zahl der Studierenden in MINT-Fächern sind zuletzt deutlich gestiegen. mehr

Zuwanderung in die Großstädte
Gutachten, 7. Februar 2017

Philipp Deschermeier / Ralph Henger / Björn Seipelt / Michael Voigtländer Zuwanderung in die Großstädte und resultierende WohnungsnachfrageArrow

Die Nachfrage nach Wohnraum in den deutschen großen Städten ist nach wie vor hoch. Ursächlich dafür ist die starke Zuwanderung sowohl aus dem Ausland als auch dem Inland. Allerdings gelingt es den Großstädten nicht, genügend zusätzlichen Wohnraum zu schaffen, um die Nachfrage zu bedienen. mehr

Demografie
IW-Nachricht, 1. Februar 2017

Demografie Schrumpfen war gesternArrow

Die Rekordzuwanderung des Jahres 2015 und steigende Geburtenzahlen hellen die einst düsteren Demografie-Aussichten auf – derzeit wächst die deutsche Bevölkerung. Auch auf lange Sicht rechnet die Bundesregierung mit einer stabilen Bevölkerungszahl. Die politischen Herausforderungen werden aber nicht weniger. mehr