Mit Hilfe des Wohnnutzerkostenkonzeptes lässt sich vergleichen, welche laufenden Kosten Mieter und Selbstnutzer tragen müssen. Darüber hinaus gibt der Ansatz auch Hinweise auf Ungleichgewichte im Markt, weil sich langfristig die Kosten der Mieter und Selbstnutzer entsprechen müssen. Die vorliegende Analyse zeigt, dass aktuell der Kauf von Wohneigentum in allen 402 deutschen Kreisen attraktiver ist als das Mieten. Ursächlich hierfür sind vor allem die niedrigen Zinsen, die bislang durch die steigenden Preise nicht kompensiert wurden. Selbst bei einer plötzlichen Erhöhung der Zinsen würde sich die Vorteilhaftigkeit des Kaufens gegenüber dem Mieten in einem Großteil der Kreise daher nicht drehen. Aus der Studie lassen sich daher folgende zentrale Schlussfolgerungen ziehen.

  • Die Gefahr einer spekulativen Blase ist derzeit sehr gering, da die Preise nur dann fallen würden, wenn die Selbstnutzerkosten über den Mieterkosten liegen. Das Gegenteil ist jedoch der Fall. Selbst bei einer kräftigen und plötzlichen Zinserhöhung würde in der Mehrzahl der Kreise das Wohnen in den eigenen vier Wänden deutlich attraktiver bleiben.
  • Der deutliche Attraktivitätsvorteil des selbstgenutzten Wohneigentums wirkt sich auch auf das Suchverhalten der Haushalte aus. Der Anteil der Kaufgesuche an allen Gesuchen ist seit 2010 kontinuierlich gestiegen. Empirisch lässt sich dies auf die Veränderungen bei den Wohnnutzerkosten zurückführen. Darüber hinaus gewinnt die Immobilie aber auch als Altersvorsorge an Bedeutung, was ebenfalls die Nachfrage nach Eigentum treiben dürfte.
  • Der Attraktivitätsvorsprung des Eigentums sollte sich auch in der Sozialpolitik niederschlagen. Schließlich könnte die Gesellschaft Kosten sparen, wenn einkommensschwache Haushalte Eigentümer werden. Hierzu müssten Mittel aus dem sozialen Wohnungsbau oder anderen Programmen zur Bereitstellung von Eigenkapitalsubstituten verwendet werden (z. B. staatlich garantierte Nachrangkredite). Damit könnten nicht nur Wohnkosten reduziert werden, sondern es würde auch helfen, die Vermögensbildung bei einkommensschwachen Haushalten zu verbessern und einen wichtigen Beitrag zur Altersvorsorge zu leisten.

Gutachten für die Schwäbisch Hall AG

Michael Voigtländer / Björn Seipelt: Implikationen der Niedrigzinsphase für die Wohneigentumsbildung – Analyse von Wohnnutzerkosten für 402 Kreise

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Baubedarf
Pressemitteilung, Nr. 38 vom 22. Juni 2016

Baubedarf Wohnraum bleibt MangelwareArrow

In Deutschland werden viel zu wenige Wohnungen gebaut, vor allem in den Großstädten. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) in einem Report. Mancherorts, zum Beispiel in Köln und Düsseldorf, sind die Baugenehmigungen sogar rückläufig, obwohl der Druck auf den Wohnungsmarkt hoch bleibt. Die Politik muss gegensteuern und die Metropolen entlasten. mehr

22. Juni 2016

Baubedarf Wohnungsmangel in DeutschlandArrow

In der Bundesrepublik wird zu wenig gebaut. Nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) müssten bis zum Jahr 2020 bundesweit jährlich mindestens 310.000 Wohnungen fertiggestellt werden, bei anhaltender Migration vergrößert sich der Baubedarf sogar auf 380.000 Wohnungen. Vor allem in den Ballungszentren ist Wohnraum knapp. mehr auf iwd.de