Die Größe der Bevölkerung in Deutschland wird durch verschiedene Faktoren bestimmt. Die Menschen werden älter und die Zahl der Kinder ist weiterhin unter dem bestandserhaltenden Niveau. Diese beiden Entwicklungen führen gemeinsam zu einer Alterung und Schrumpfung der Bevölkerung. Gleichzeitig sorgt die aktuelle – und mutmaßlich auch in der näheren Zukunft – deutlich erhöhte Zuwanderung für einen Anstieg der Bevölkerungszahl. Da überdurchschnittlich viele jüngere Menschen ins Land kommen, ist mit der Zuwanderung auch eine Verjüngung der Wohnbevölkerung verbunden. Wie die beiden Entwicklungen gemeinsam wirken, kann heute noch nicht abschließend beurteilt werden. Aber selbst wenn sich die Zahl der Köpfe nicht verändern sollte, ist doch die Qualifikationsstruktur vieler Zuwanderer bisher nicht geeignet, das Ausscheiden qualifizierter Mitarbeiter aus dem Arbeitsleben vollständig zu kompensieren. In diesem Fall ist mit einer sinkenden Beschäftigung, Belastungen für die Sozialversicherungen sowie einer geringeren Wertschöpfung zu rechnen, wenn nicht entsprechende gegensteuernde Maßnahmen getroffen werden.

Zentral für die zukünftige Leistungsfähigkeit der deutschen Volkswirtschaft und damit für das Wohlstandsniveau der Bevölkerung, die Arbeitsmarkt- und Einkommenschancen und die Stabilität der sozialen Sicherungssysteme ist, wie gut es gelingt, die Wachstumskräfte zu stimulieren und die notwendigen Rahmenbedingungen für Wachstum zu verbessern. Wirtschaftswachstum ist im Kontext der aktuellen Herausforderungen gleich dreifach relevant:

  • Erstens werden das wirtschaftliche Wachstum und die Entwicklung zukünftiger Einkommensspielräume maßgeblich durch demografische Entwicklungen beeinflusst.
  • Zweitens ist wirtschaftliches Wachstum zentral bei der Bewältigung der Herausforderungen bei Demografie und Zuwanderung.
  • Drittens ergeben sich aus dem erfolgreichen Umgang mit den Herausforderungen neue Wachstumschancen.

In den Politikbereichen Arbeitsmarkt, Soziale Sicherung, Bildung und Qualifizierung sowie Familie müssen daher die Weichen auf die Bewältigung der demografischen Herausforderung, die Integration von Menschen in Qualifikation und Beschäftigung sowie der Verbesserung der Wachstumsperspektiven gestellt werden.

Kurzexpertise für die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft

Hubertus Bardt / Hans-Peter Klös: Demografie, Zuwanderung, Wohlstand – Herausforderungen meistern, Wachstumskräfte wecken

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Ansprechpartner

Gastbeitrag, 23. Januar 2017

Tobias Hentze auf n-tv.de Hohe Kosten für Flüchtlinge – Integration schafft WachstumArrow

Die Integration der Flüchtlinge wird teuer. Aber langfristig könnte Deutschland von der Zuwanderung profitieren - und nebenbei eine oft gestellte Forderung anderer Länder erfüllen. Ein Gastbeitrag von IW-Steuerökonom Tobias Hentze auf n-tv.de. mehr

Arbeitsmarkt
IW-Pressemitteilung, 19. Januar 2017

Arbeitsmarkt Mehr Flüchtlinge in BoomregionenArrow

Immer mehr Flüchtlinge finden einen Job, doch die Integration in den Arbeitsmarkt läuft noch nicht optimal. Das liegt auch daran, dass Flüchtlinge nicht dort wohnen, wo Arbeitskräfte fehlen, zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Das muss sich ändern. mehr

IW-Trends, 16. Januar 2017

Tobias Hentze / Galina Kolev Gesamtwirtschaftliche Effekte der Flüchtlingsmigration in DeutschlandArrow

Auf der einen Seite sind die Effekte der Flüchtlingsmigration auf das Pro-Kopf-Einkommen und die fiskalische Bilanz leicht negativ. Auf der anderen Seite steigern die höheren Staatsausgaben verbunden mit einer zunehmenden Anzahl erwerbstätiger Flüchtlinge das Wirtschaftswachstum. mehr