Der Strommarkt wird in Deutschland zunehmend durch staatliche Steuerung geprägt. Dies zeigt sich in direkten Interventionen wie dem Einspeisevorrang erneuerbarer Energien, Abschaltver-boten für fossile Anlagen oder der Stilllegung von Kernkraftwerken, mit der der gesellschaftlich gewünschte Ausstieg aus der Kernenergie umgesetzt wird. Mit dem zunehmenden Anteil er-neuerbarer Energien im Strommarkt, die nach dem EEG gefördert werden, droht eine weitere Zunahme marktfern produzierter Angebote.

Die zunehmende Staatsnähe spiegelt sich auch in der Zusammensetzung der Preise wider. So steigt der Anteil der Staatslasten am Strompreis von heute rund 50 Prozent bis 2018 in den Hochkostenszenarien in die Nähe der 60 Prozent-Marke. Gleichzeitig droht der Strompreis bei konstantem Nettopreis für Industrieunternehmen um bis zu 20 Prozent anzusteigen. Hinter-grund sind vor allem die hohen staatlichen Abgaben, die schon 2014 ein Volumen von deutlich über 30 Milliarden Euro erreicht haben.

Gutachten für die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft

Hubertus Bardt / Esther Chrischilles: Strompreis-Check – Wie viel Markt steckt heute und in Zukunft im Strompreis?

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EEG-Reform
IW-Nachricht, 8. Juli 2016

EEG-Reform Ein bisschen mehr MarktArrow

Der Bundestag hat die Reform des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG) verabschiedet. Ab 2017 wird nicht mehr jedes Windrad und jede Solaranlage gefördert. Stattdessen müssen sich die Betreiber auf die Förderung bewerben. Das hat Vorteile, geht jedoch nicht weit genug. mehr

EEG-Reform
IW-Nachricht, 27. Mai 2016

EEG-Reform Ausbautempo bleibt zu hochArrow

Mal wieder wird in Berlin um die Verteilung der Fördergelder für erneuerbare Energien gestritten. Die Bundesregierung will die Förderung grundlegend ändern. Kritiker rufen bereits das Ende der Energiewende aus. Tatsächlich werden die Ausbauziele auch mit der geplanten Gesetzesänderung überschritten – auf Kosten der Verbraucher. mehr

Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG)
IW-Kurzbericht, 27. Mai 2016

Esther Chrischilles Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) – Ausbautempo bleibt hochArrow

Will ein Anlagenbetreiber, der Strom aus erneuerbaren Energien produziert, gefördert werden, muss er sich zukünftig darauf bewerben. Denn ab 2017 gibt der Gesetzgeber eine feste Menge an installierter Leistung vor, die im Jahr ans Netz gehen darf. Ziel ist es, den Ausbau insgesamt in den vorgesehenen Zielkorridoren zu halten. Kritiker sehen das Ende der Energiewende eingeläutet. Aufgrund des derzeitigen EEG-Entwurfs ist jedoch vielmehr mit einem Überschreiten des Zielkorridors zu rechnen. Weiterhin fehlt eine Beteiligung der Anlagenbetreiber am Preisrisiko. mehr