Seit dem 01. August 2010 zahlen Pharmaunternehmen für verschreibungspflichte Medikamente, die keiner Festbetragsgruppe zugeordnet werden können, einen erhöhten Herstellerabschlag von 16 Prozent. Gleichzeitig verhängte der Gesetzgeber ein Preismoratorium. Mit Hilfe dieser Instrumente sollte das vor einem Jahr prognostizierte Milliardenloch in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) gestopft werden. Doch der Beitrag zur langfristig verlässlichen Finanzierung des Gesundheitssystems, den solch dirigistische Eingriffe leisten sollen, ist gering und kann zudem mehr schaden als nützen.

Die aktuelle Entspannung der Finanzlage in der GKV beruht vor allem auf der günstigen konjunkturellen Entwicklung, die dem Gesundheitsfonds höhere Einnahmen als erwartet beschert. Ging der Schätzerkreis vor einem Jahr noch von einem Defizit von rund 11 Milliarden Euiro für 2011 aus, so rechnet er mittlerweile mit einem ausgeglichenen Ergebnis. Das Preismoratorium und die Erhöhung des Herstellerrabattes sorgten anfänglich für Einsparungen von etwa 1,2 Milliarden Euro. Das macht deutlich, dass der Beitrag dirigistischer Maßnahmen in der öffenltichen Diskussion überschätzt wird. Deshalb sollte die vom Gesetzgeber vorgesehene jährliche Überprüfung genutzt werden, um diese Eingriffe in den Arzneimittelmarkt aufzuheben und sich stattdessen auf dessen wettbewerbliche Weiterentwicklung zu konzentrieren.

Ordnungspolitisches Statement

Forschungsstelle Pharmastandort Deutschland: Preisdirigismus überprüfen

IconDownload | PDF

Ansprechpartner

Prof. Hüther im Magazin Creditreform
Gastbeitrag, 16. Februar 2017

Prof. Hüther im Magazin Creditreform Das bedingungslose Grundeinkommen bleibt eine FiktionArrow

Die Schweizer Volksabstimmung Mitte 2016 hat die Diskussion um das bedingungslose Grundeinkommen auch in Deutschland wieder angefacht. Beflügelt fühlen sich insbesondere die Befürworter dieser Staatsleistung. Das Ergebnis der vielschichtigen eidgenössischen Debatte war jedoch eine krachende Niederlage für die Initiatoren der Abstimmung; lediglich 23 Prozent der Wähler stellten sich hinter das Konzept. Umfragen zufolge findet das bedingungslose Grundeinkommen auch in Deutschland keine Mehrheit. mehr

Michael Hüther im Magazin Zukunft
Gastbeitrag, 26. Januar 2017

Michael Hüther im Magazin Zukunft Das bedingungslose Grundeinkommen: eine kulturelle FiktionArrow

Unsere Gesellschaft basiert auf der Logik von Leistungsgerechtigkeit und Fairness. Wir brauchen keine Revolutionen – sondern behutsame Veränderungen an den richtigen Stellen. Ein Gastbeitrag von IW-Direktor Michael Hüther in Zukunft, dem Magazin der Konrad-Adenauer-Stiftung. mehr