Der Bildungsmonitor 2015, den das Institut der deutschen Wirtschaft Köln für die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft erstellt, misst seit 2004 bereits zum zwölften Mal, in welchen Handlungsfeldern der Bildungspolitik Fortschritte erzielt werden konnten. Das Bildungssystem hat vielfältige Aufgaben (Persönlichkeitsentwicklung, Teilhabe, Kultur, etc.). Schwerpunkt des Bildungsmonitors ist es, bildungsökonomische Ziele des Bildungssystems zu betrachten und den Beitrag des Bildungssystems zur Fachkräftesicherung zu beschreiben. Damit wird im Bildungsmonitor eine ökonomische Sichtweise eingenommen. Die Ergebnisse der Studie sind vor diesem Hintergrund zu interpretieren und einzuordnen.

Der Zusammenhang zwischen Fachkräfteverfügbarkeit, Innovationskraft und Wirtschaftswachstum ist auf Ebene der Volkswirtschaft und einzelner Regionen in einer Reihe an Studien gut belegt (siehe zum Beispiel Anger et al., 2014). Betrachtet man exemplarisch die MINT-Qualifikationen, so ergeben sich für die einzelnen Bundesländer unterschiedliche demografische Herausforderungen.

Um die demografische Herausforderung in MINT-Berufen darzustellen, kann der Anteil der über 55-Jährigen an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten als Indikator gewählt werden. Andere Indikatoren kommen zu qualitativ ähnlichen Befunden. Der Anteil des Alterssegments ab 55 Jahren an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten liegt im Bundesdurchschnitt im dritten Quartal 2014 bei 16,4 Prozent, die südlichen und nördlichen Bundesländer weisen eine geringere demografische Herausforderung auf, sämtliche östliche Bundesländer (mit Ausnahme Berlins) eine deutlich größere.

In Abbildung 1-1 ist der Anteil des Alterssegments ab 55 Jahren an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in MINT-Berufen für sämtlichen Kreise und kreisfreien Städte Deutschlands dargestellt. Angesichts der negativen Bedeutung höherer Indikatorenwerte bedeutet eine blaue/graue Einfärbung, dass der betreffende Kreis zu den 50 Prozent aller Kreise mit einem unter-/überdurchschnittlich hohen Anteil älterer MINT-Beschäftigter zählt. Je dunkler das Blau/Grau gefärbt ist, je geringer/höher fällt die demografische Herausforderung aus Sicht des betroffenen Kreises aus. Wie die Abbildung zeigt, liegt der Anteilswert der älteren MINT-Beschäftigten in sämtlichen ostdeutschen Kreisen und kreisfreien Städten mit Ausnahme Leipzigs, Dresdens und des thüringischen Sömmerda oberhalb des Durchschnittswerts. Der Großteil der ostdeutschen Kreise liegt sogar im obersten Sextil, was einem Anteil von mindestens 19,3 Prozent älterer MINT-Beschäftigter entspricht. In Bayern nahezu flächendeckend und im äußersten Nordwesten Deutschlands hingegen liegt der Großteil der Kreise im untersten Sextil, was einem Anteil von höchstens 14,1 Prozent entspricht und bedeutet, dass sich fünf Sechstel aller deutschen Kreise mit einer höheren demografischen Herausforderung konfrontiert sehen. Die demografische Herausforderung der nächsten zehn bis 15 Jahre unterscheidet sich folglich sehr deutlich nach Regionen. Bildungspolitische Impulse sind entsprechend in den östlichen Kreisen besonders wichtig.

Studie im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft

Christina Anger / Ina Esselmann / Christiane Konegen-Grenier / Axel Plünnecke: Bildungsmonitor 2015 – Ein Blick auf Bachelor und Master

IconDownload | PDF

Statement

Axel Plünnecke: Bildungsmonitor 2015 – Ein Blick auf Bachelor und Master

IconDownload | PDF

Ansprechpartner

20. September 2016

Bundesländer-Vergleich Bayern boomt, NRW schwächeltArrow

Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Baden-Württemberg und Bayern sind die vier größten Bundesländer in Deutschland – sowohl was die Fläche als auch was die Zahl der Bewohner angeht. Damit sind die Gemeinsamkeiten allerdings auch schon erschöpft, denn unter ökonomischen Aspekten schneiden die beiden südlichen Länder deutlich besser ab als NRW und Niedersachsen. mehr auf iwd.de

9. September 2016

Wahl Begehrtes BerlinArrow

Am 18. September wählen die Berliner ein neues Abgeordnetenhaus. Die wirtschaftlichen Perspektiven der Hauptstadt sind vielversprechend: Weil die 3,5-Millionen-Metropole vor allem bei jungen Leuten hoch im Kurs steht und zudem mit niedrigen Lebenshaltungskosten punkten kann, entwickelt sie sich zur hippen Gründerhauptstadt. mehr auf iwd.de