Für kostenlose Kindergartenplätze und eine verbesserte vorschulische Ausbildung müsste der Staat rund 3,6 Milliarden Euro pro Jahr aufwenden. Zusätzliche Betreuungsplätze und die Höherqualifizierung der Erzieherinnen kosten die öffentliche Hand rund 1 Milliarde Euro jährlich. Die Abschaffung der Elternbeiträge schlägt mit etwa 2,6 Milliarden Euro pro Jahr zu Buche.

Diese anfänglichen Mehrkosten könnte der Staat aber bereits nach wenigen Jahren wieder einspielen. Weil deutlich mehr Kinder von einer vorschulischen Bildung profitieren würden und die Qualität der Kindergärten steigen würde, fallen künftig deutlich weniger Kosten für teure Nachschulungen wie berufsvorbereitende Maßnahmen oder außerschulische Berufsbildung an. Außerdem könnten durch die verbesserte Betreuungsinfrastruktur mehr Eltern arbeiten gehen und so das Steueraufkommen steigen. Darüber hinaus wird durch bessere Qualifizierung die Jugenderwerbstätigkeit zunehmen. Auch daraus ergeben sich positive steuerliche Effekte. Durch eine Herabsetzung des Einschulungsalters um ein Jahr könnte der Staat schließlich etwa 2,9 Milliarden Euro p. a. einsparen.

Das Institut der deutschen Wirtschaft ist überzeugt, dass die Mehrausgaben bei einer Reform der Kindergartenbetreuung in jedem Fall langfristig voll kompensiert werden können. Als kurzfristige Gegenfinanzierung schlägt das IW unter anderem vor, die demografische Rendite (zum Beispiel durch sinkende Schülerzahlen) in die frühkindliche Bildung einzuzahlen.

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