Zusätzliche und kostenfreie Kindergartenplätze zahlen sich für den Staat erst dann richtig aus, wenn zugleich die Qualität der Vor- und Grundschulerziehung verbessert wird. Dies geht aus Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) im Auftrag der Wissensfabrik – Unternehmen für Deutschland e.V., Ludwigshafen, hervor.

Danach müsste der Staat zwar gut 10 Milliarden Euro pro Jahr zusätzlich aufbringen, um nicht nur ein größeres und gebührenfreies Angebot an Kindergartenplätzen, sondern auch höher qualifizierte Betreuerinnen zu finanzieren sowie Grundschulen, die im Ganztagsbetrieb unterrichten und nach bundesweit gültigen Bildungsstandards arbeiten. Die intensivere Förderung spart jedoch auf Dauer 4,2 Milliarden Euro jährlich ein – etwa, weil der Staat weniger für die Nachqualifizierung von Kindern und Jugendlichen ausgeben muss, die in der Schule oder in der Berufsausbildung nicht mitkommen.

Hinzu kommt bis 2050 ein durchschnittliches Einnahmeplus von fast 14 Milliarden Euro pro Jahr, weil besser ausgebildete Beschäftigte erfahrungsgemäß weniger von Arbeitslosigkeit betroffen sind, ein höheres Sozialprodukt erwirtschaften sowie mehr Steuern und Sozialbeiträge zahlen.

Der Aufwand für das gesamte Reformpaket rentiert sich damit für den Staat langfristig mit rund 8 Prozent. Das Bruttoinlandsprodukt könnte im Jahr 2050 – in heutigen Preisen gerechnet – um 100 Milliarden Euro höher sein, als es ohne diese Maßnahmen möglich wäre.

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IconStatement von Prof. Michael Hüther | PDF

Iconiwd-Artikel aus iwd-Ausgabe Nr. 7 vom 15. Februar 2007 | PDF