Eine nachhaltige Familienpolitik kann spürbare Wachstumsimpulse von mittelfristig etwa 0,5 Prozentpunkte pro Jahr und damit Wohlstandseffekte für Deutschland erzeugen. Das ist das Ergebnis einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die heute in Berlin vorgestellt wurde. Die zwischen 2020 und 2035 demografisch bedingte Wachstumsdelle kann durch familienfreundliche Maßnahmen reduziert werden. Für mehr Wachstum sorgen dabei eine nachhaltige Familienpolitik, die auf drei Säulen aufbaut: die Erhöhung der Geburtenrate, die Steigerung der Frauenerwerbstätigkeit und die bessere Förderung der Bildungschancen von Kindern.

Innerhalb der EU-25 begünstigen familienpolitische Maßnahmen vor allem in Schweden, dem Vereinigte Königreich, Finnland und den Niederlanden das Wirtschaftswachstum. Die Geburtenraten und die Erwerbstätigenquoten von Frauen sind hoch, die Bildungspotenziale von Kindern aus bildungsfernen Familien werden vergleichsweise gut erschlossen. In allen vier Ländern gibt es ein großes Angebot an institutioneller Betreuung für Kinder unter drei Jahren, es bestehen Anreize für eine schnelle Rückkehr ins Erwerbsleben - zum Teil durch ein Elterngeld (Schweden, Finnland), zum Teil durch eine kurze Elternzeit (Vereinigtes Königreich, Niederlande). Zudem gibt es Ganztagsschulsysteme und das Alter der Hochschulabsolventen ist (mit Ausnahme Finnlands) niedrig.

Diese wachstums- und bevölkerungsorientierten Bausteine werden auch in Deutschland Schritt für Schritt umgesetzt. Insbesondere beim Elterngeld und bei dem Ausbau der Krippeninfrastruktur hat die Politik wichtige Reformen bereits umgesetzt beziehungsweise beschlossen.

Gesprächspartner im IW
Dr. Axel Plünnecke, Telefon 0221 4981-701
IconWachstumseffekte der demographischen Entwicklung – ein Triadevergleich D – EU – USA | PDF