Deutschland ist wieder auf Wachstumskurs. Im Jahr 2006 stieg die deutsche Wirtschaftsleistung um fast 3 Prozent. Und auch in diesem Jahr dürften wieder rund 2,5 Prozent Wachstum zu verzeichnen sein. Das ist zu einem guten Teil der boomenden Weltkonjunktur zu verdanken, aber auch den seit 2003 eingeleiteten wirtschaftspolitischen Reformen. Weniger Arbeitslose, mehr Unternehmensinvestitionen und geringere staatliche Haushaltsdefizite erklären ein knappes Drittel des Aufschwungs. Insbesondere die Arbeitsmarktreformen tragen erste Früchte, wie eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft zeigt.

Die arbeitsmarktpolitischen Reformen wie die Lockerung des Kündigungsschutzes, die Hartz-Gesetze und der kürzere Bezug des Arbeitslosengeldes haben dazu beigetragen, dass die Unternehmen wieder mehr Stellen schaffen konnten. Außerdem haben Steuersenkungen ein investitionsfreundliches Klima in der deutschen Wirtschaft geschaffen. Alles in allem hat die Wirtschaftspolitik die Wachstumsrate um 1,2 Prozentpunkte nach oben geliftet. Allerdings hätte es noch besser laufen können: Die Gesundheitsreform, die Erhöhung der Mehrwertsteuer und die jüngsten Entscheidungen zum Mindestlohn trüben die wirtschaftspolitische Bilanz. Immerhin hat die Politik in den vergangenen Jahren bewiesen, dass sie zu Reformen in der Lage ist. Der derzeitige Aufschwung sollte die Bundesregierung ermutigen, am Ball zu bleiben.

Iconiwd-Artikel aus iwd-Ausgabe Nr. 37 vom 13. September 2007 | PDF

IconIW-Trends 3/2007 | PDF