Die Ausgaben des Staates werden unter anderem über die Einkommensteuer und die Beiträge zur gesetzlichen Sozialversicherung finanziert. Im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie hat das IW Köln und auf Basis der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 2003untersucht, wie sich die Einkommensteuer- und Beitragsbelastungen auf unterschiedliche Haushaltstypen verteilen. Dabei werden zum Beispiel Haushalte mit einem Beamten, Selbständigen oder Arbeitnehmer als Haupteinkommensbezieher betrachtet, Haushalte mit einem oder mehreren Erwerbstätigen sowie Single-Haushalte und Mehr-Personen-Haushalte mit oder ohne Kinder. Außerdem wurde der Datensatz bis zum Jahr 2008 fortgeschrieben, um die Verteilung der Sozialversicherungsbeiträge nach der aktuellen Rechtslage simulieren zu können.

Während die prozentuale Abgabenbelastung der Haushalte mit steigendem Markteinkommen kaum steigt, nimmt der Beitrag zum Gesamtaufkommen überproportional zu, je mehr Einkommen in einem Haushalt erzielt wird. Erwartungsgemäß schneiden Beamten- und Selbständigenhaushalte in der Gesamtbelastung relativ günstig ab, weil zumindest der Haupteinkommensbezieher in der Regel nicht Mitglied der gesetzlichen Sozialversicherung ist. Bei der Belastung mit Einkommensteuer zeigt sich dagegen kaum ein signifikanter Unterschied. Dabei sind die oberen Einkommensklassen relativ gleichmäßig und zum überwiegenden Teil mit Arbeitnehmer-Haushalten besetzt, Selbständigen-Haushalte treten dagegen relativ häufig in den mittleren Einkommensgruppen und im obersten Zehntel auf.

Gutachten

Wer trägt den Staat?
Die aktuelle Verteilung von Steuer- und Beitragslasten auf die Bevölkerung in Deutschland
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Ein bisschen mehr Netto vom Brutto
IW-Kurzbericht, 9. Januar 2017

Martin Beznoska / Tobias Hentze Ein bisschen mehr Netto vom BruttoArrow

Mit jedem Jahreswechsel ändern sich die Eckwerte zur Berechnung der Steuer- und Abgabenlast: In diesem Jahr werden zum Ausgleich der kalten Progression der Steuertarif leicht abgeflacht und die Freibeträge erhöht. Allerdings steigt der Beitragssatz zur Pflegeversicherung. Zudem erhöhen sich die Bemessungsgrenzen zur Renten- und Krankenversicherung, so dass für Single, Alleinerziehende und Familien nur ein kleines Plus übrigbleibt. mehr

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Knut Bergmann und Judith Niehues in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Wahrnehmung und WirklichkeitArrow

Tendenziell neigen insbesondere gutverdienende Menschen dazu, ihre Einkommensposition zu unterschätzen, wobei die Deutschen im internationalen Vergleich besonders pessimistisch sind. Ein Gastbeitrag von IW-Kommunikationsleiter Knut Bergmann und IW-Verteilungsforscherin Judith Niehues in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. mehr

Armuts- und Reichtumsbericht
IW-Nachricht, 14. Dezember 2016

Armuts- und Reichtumsbericht Viele positive EntwicklungenArrow

Mittlerweile kursiert der Entwurf des Fünften Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung im Internet. Der Bericht deutet auf viele positive Entwicklungen hin, dennoch werden in vielen Medien vor allem negative Befunde betont. Das ebenfalls dokumentierte Auseinanderdriften von gefühlter und messbarer Realität dürfte sich dadurch weiter verstärken. mehr