Geht es zum Beispiel um die Frage, ob Beamten- oder Arbeitnehmerhaushalte beim Einkommen die Nase vorne haben, oder will man wissen, welche Schichten die höchsten Einkommensteuer- und Beitragslasten schultern, dann braucht man einen Mikrodatensatz, der über die Arbeits- und Transfereinkommen der Haushalte und deren Zahlungen an den Fiskus und die Sozialversicherungen Auskunft gibt. Will man dann auch noch wissen, wie sich die Verteilung der Einkommen und Abgabenlasten verändert, wenn man an den Schrauben des Steuerrechts oder an der Finanzierung der gesetzlichen Sozialversicherung dreht, dann bedarf es eines Modells, dass die Auswirkungen unterschiedlicher Regulierungen für jeden Haushalt simulieren kann.

Ein solches Mikrosimulationsmodell hat das IW Köln jetzt im Rahmen eines von der informedia-Stiftung geförderten Forschungsprojekts entwickelt. Ausgangspunkt sind die Daten der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe des Statistischen Bundesamtes. Die liegen derzeit zwar nur für das Jahr 2003 vor, einkommensrelevante Angaben können aber mithilfe einiger methodischer Kniffe bis zum Jahr 2008 fortgeschrieben werden. Darauf aufbauend wird nicht nur die Abgabenlast für alle Haushalte nach dem aktuellen Steuer- und Beitragsrecht berechnet. Zukünftig lassen sich auch die verteilungspolitischen Auswirkungen von Reformvorschlägen nachvollziehen.

Dokumentation

Nicole Horschel: IW-Mikrosimulationsmodell

IconDownload | PDF

Interview, 8. September 2016

Michael Hüther und Gustav A. Horn auf Zeit Online "Es gibt kein Problem mit Altersarmut"Arrow

Ein großer Niedriglohnsektor und Abstiegsangst der Mittelschicht, gleichzeitig fast Vollbeschäftigung und hohes Wachstum: Wie gerecht ist Deutschland? Ein Streitgespräch zwischen IW-Direktor Michael Hüther und Gustav A. Horn, Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung. mehr

Gerechtigkeit
IW-Pressemitteilung, 5. September 2016

Gerechtigkeit Besser als wahrgenommenArrow

Die Reichen in Deutschland werden immer reicher, die Armen verlieren den Anschluss: Diese weitläufige Wahrnehmung hat wenig mit der wirtschaftlichen Realität zu tun, zeigt das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) in einem Faktencheck. Denn die Ungleichheit der Einkommen und Vermögen hat in den vergangenen zehn Jahren nicht zugenommen – die Lohnungleichheit sinkt sogar. mehr