Die Forderung nach einer Regulierung von Befristungsmöglichkeiten ist ökonomisch schlecht begründet. Weder kann ein durchgehender Trend einer steigenden Bedeutung befristeter Beschäftigung festgestellt werden, noch gelingt der Nachweis, dass befristet Beschäftigte zu den besonders benachteiligten Arbeitnehmern gehören und aus diesem Grunde besonders schützenswert seien. Zwar sind befristet Beschäftigte sozial schlechter gestellt als unbefristet Beschäftigte, doch schneiden sie weit besser ab als Arbeitslose. Der Schritt aus Arbeitslosigkeit in befristete Beschäftigung ist mithin in den meisten Fällen mit einem sozialen Aufstieg verbunden. Trotz anders lautender Behauptungen gibt es keine eindeutigen Befunde hinsichtlich der Wirkung von Regulierungs- oder Deregulierungsschritten befristeter Beschäftigung in der Vergangenheit. Die These, dass Deregulierungen keine positiven Effekte erbracht hätten, ist somit nicht zu halten und taugt nicht als Begründung einer Re-Regulierung. Letztlich erscheint ohnehin fraglich, ob sich ein Verlangen nach Regulierung lediglich auf die vermeintlich fehlenden positiven Effekte eine Deregulierung stützen kann. Vielmehr tragen diejenigen, die einer Regulierung das Wort reden, die Beweislast für die positiven Effekte der vorgeschlagenen Maßnahmen.

Stellungnahme im Bundestag

Befristete Beschäftigung
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Minijobs im Alter
IW-Nachricht, 30. August 2016

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In Deutschland haben rund 900.000 Rentner einen Minijob. Was einige Politiker vorschnell als Signal für eine steigende Altersarmut werten, ist aber eigentlich positiv: Die Entwicklung dürfte eher auf einen gesunden Arbeitsmarkt zurückzuführen sein. mehr

IW-Kurzbericht, 1. August 2016

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Die Schwarzarbeit in Privathaushalten ist in den letzten 10 Jahren um bis zu einem Viertel gesunken. Dies ist insbesondere auf den großen Anstieg der Haushaltshilfen in Minijobs (plus 270 Prozent) zurückzuführen. Dennoch arbeiten weiterhin rund drei Millionen Haushaltshilfen in Deutschland schwarz. mehr

Frauen in Deutschland
17. März 2016

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Nicht nur am Equal Pay Day wird thematisiert, dass Frauen in Deutschland durchschnittlich ein Fünftel weniger verdienen als Männer. Die Gründe für diesen Unterschied sind vielfältig. Zum einen arbeiten Frauen viel häufiger als Männer in Teilzeit, weil sie sich eben immer noch mehr um den Nachwuchs kümmern als die Herren der Schöpfung. Das macht sich dann auch bei den Aufstiegschancen bemerkbar. Zum anderen sind Frauen öfter in Berufen und Branchen tätig, in denen weniger bezahlt wird als etwa in der Metall- und Elektro-Industrie. mehr auf iwd.de