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Branchen wandeln sich grundlegend, und es ist noch nicht ausgemacht, welche Akteure an welchen Standorten die mit der Digitalisierung verbundenen hohen Wertschöpfungspotenziale nutzen werden. Es besteht jedoch die Gefahr eines Digital Divide mit wenigen Großunternehmen auf der einen Seite, die durch eine intensive Nutzung der Digitalisierung gekennzeichnet sind. Auf der anderen Seite steht eine große Zahl an kleinen und mittleren Unternehmen (KMUs) deutlich entfernt von digitalen Produkten, Prozessen oder Geschäftsmodellen.

Dabei wird deutlich, dass die Digitalisierung kein Selbstläufer ist und ein hohes disruptives Potenzial besitzt. Die mit der Digitalisierung verbundenen Chancen müssen daher bewusst ergriffen und strategisch angegangen werden. Dazu ist Gestaltungswille in den Unternehmen, in der Politik, in der Wissenschaft und in der Gesellschaft notwendig. Die Unternehmen werden die digitale Transformation nicht allein bewältigen können, sondern sind auf die Unterstützung insbesondere der Politik und der Gesellschaft angewiesen.

In der vorliegenden Studie wurden erstmals die Bedeutung der Elektroindustrie für die digitale Transformation und deren Umsetzungsstand wissenschaftlich untersucht. Basis waren neben Sekundärdatenanalysen drei repräsentative Befragungen mit mehr als 2.500 Befragten: erstens der Mitgliedsunternehmen des ZVEI, zweitens der Zulieferer und Kunden der Elektroindustrie – d.h.
Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes und industrienaher Dienstleistungen – im Rahmen des IW-Zukunftspanels sowie drittens Ergebnisse der Erhebung „Modernisierung der Produktion“ des Fraunhofer ISI.

Die Digitalisierung ist in der Elektroindustrie als digitaler Leitbranche im Vergleich mit der deutschen Wirtschaft insgesamt sowohl in der Umsetzung als auch in der strategischen Ausrichtung weiter entwickelt. Als Anwender der Digitalisierung besitzt die Elektroindustrie im Digital Index einen doppelt so hohen Indexwert wie die Gesamtwirtschaft. Mit im Vergleich zu anderen Branchen hohen Nutzeranteilen bei digitalen Technologien und Geschäftsmodellen ist die Elektroindustrie einer der führenden Anwender im Verarbeitenden Gewerbe. So nutzen derzeit bereits 90 Prozent der Unternehmen Smart Processes, zwei Drittel nutzen Smart Products und die Hälfte Smart Services.

Gleichwohl steht auch die Elektroindustrie als Anbieter digitaler Produkte und Services erst am Anfang. Derzeit erwirtschaftet die Branche erst etwas mehr als 20 Prozent ihrer Umsätze mit digitalen oder digital veredelten Produkten oder Dienstleistungen. Dabeistehen mit einem Umsatzanteil von 15 Prozent v. a. Smart Products im Mittelpunkt der digitalen Angebote der Unternehmen. Neue Geschäftsmodelle und Dienstleistungsangebote, in denen besonders hohe Wertschöpfungspotenziale erwartet werden, stehen hingegen noch ganz am Anfang.

Die Elektroindustrie ist (nach dem Fahrzeugbau) die Branche mit den zweithöchsten FuE-Aufwendungen in Deutschland. Mit 15,5 Milliarden Euro stammte 2015 ein Viertel aller FuE-Aufwendungen der Industrie hierzulande aus der Elektroindustrie. Für die Digitalisierung der gesamten Wirtschaft sind es gerade die forschungsintensiven Teilbereiche wie bspw. Halbleiter, Sensoren oder Aktoren, mit denen die Elektroindustrie zur Weiterentwicklung des Standorts Deutschland beiträgt. Auch die Innovationsintensität der Branche ist überdurchschnittlich hoch: Gemessen am Umsatz liegen die Aufwendungen für Produkt- und Prozessinnovationen doppelt so hoch wie im Verarbeitenden Gewerbe und mehr als dreieinhalbmal so hoch wie in der Gesamtwirtschaft.

40 Prozent aller in Deutschland angemeldeten transnationalen Patente stammen aus der Elektroindustrie. In Schlüsseltechnologien wie digitalen Kommunikationstechnologien, Bildgebung, Mikro- und Nanoelektronik, Leistungselektronik und industriellen Anwendungen (Sensoren, Aktoren, Maschinensteuerungen) stammen deutlich mehr als die Hälfte der Patente deutscher Unternehmen aus der Elektroindustrie. Zu den sogenannten computerimplementierten Erfindungen (CIE) in Deutschland trägt die Elektroindustrie rund 60 Prozent bei.

Die Elektroindustrie besitzt eine zentrale Bedeutung für die Wertschöpfungsnetze in Deutschland und weltweit: Als Drehscheiben-Industrie und Enabler liefert sie mit 25 Milliarden Euro die höchsten Vorleistungen in andere Branchen (Vergleich Chemie (ohne Pharma): 17 Milliarden). Dadurch vernetzt sie global Märkte und trägt dazu bei, dass die Produkte der Zuliefererindustrien weltweit abgesetzt werden. In Kombination mit der hohen Innovationsintensität wird die Elektroindustrie damit zu einer der wichtigsten Quellen von Wissens- und Technologieimpulsen für die gesamte Wirtschaft. Ein Großteil der Innovationsleistung der Elektroindustrie kommt de facto anderen Branchen zugute – auch und gerade im Bereich der Digitalisierung. Weltweit gibt es keine andere Branche, deren Technologien so stark mit anderen Technologiefeldern vernetzt sind wie die Elektroindustrie.

Die künftige internationale Wettbewerbsfähigkeit der Elektroindustrie als Leitbranche der Digitalisierung wird in hohem Maße davon abhängen, dass die nachfolgend genannten Herausforderungen von Wirtschaft, Gesellschaft und Politik gemeinsam gemeistert werden. Die ersten drei ergeben sich direkt aus der Befragung der ZVEI-Mitgliedsunternehmen, die weiteren Themen aus den Ergebnissen dieser Studie.

Gutachten

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IW-Kurzbericht, 1. Dezember 2016

Oliver Stettes Gute Arbeit: Höhere Arbeitszufriedenheit durch mobiles ArbeitenArrow

Digitale Technologien ermöglichen die Flexibilisierung von Arbeitsort und Arbeitszeit und vergrößern damit den Spielraum für ein selbstbestimmtes Arbeiten. Die IW-Beschäftigtenbefragung 2015 bestätigt, dass mobiles Arbeiten in der Tat mit mehr Zeitsouveränität im Job einhergeht. Die Arbeitszufriedenheit von Beschäftigten, die mobil arbeiten, ist auch aus diesem Grund signifikant höher als die ihrer Kollegen, die nie mobil arbeiten. mehr

30. November 2016

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Immer mehr Menschen in Deutschland arbeiten digital und mobil. Das führt zu einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie – wenn die Unternehmen die Chancen der Digitalisierung ergreifen. mehr auf iwd.de