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IW-Direktor Michael Hüther Quelle: IW Köln

Die Verteilungswirkungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) erzeugen eine soziale Schieflage, stellt eine jetzt vorgelegte Berechnung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) fest. Danach sind Geringverdiener von den Extrakosten für den Ökostrom fast genauso stark betroffen wie wohlhabende Haushalte. Das liegt daran, dass sich der Stromverbrauch mit steigendem Einkommen kaum verändert. Das bedeutet auch, dass wirtschaftlich schwächere Haushalte relativ deutlich höher belastet werden. Diese Tatsache verstärkt die geplante Anhebung der Umlage zum Jahreswechsel weiter: Bei den einkommensschwächsten 10 Prozent fließen ab 2013 gut 1,3 Prozent ihres Einkommens in die EEG-Finanzierung, bei den einkommensstärksten 10 Prozent sind es dagegen nur 0,2 Prozent.

Verschärft wird der Verteilungseffekt auch durch den Ausbau bei den privaten Photovoltaikanlagen. Bei den unteren Einkommen gibt es nur sehr wenige Solarhaushalte, während jeder fünfte Solarhaushalt zum reichsten Zehntel gehört. Haushalte mit Solarzellen auf dem Dach erwirtschafteten in 2011 einen Überschuss von rund 1 Milliarde Euro. Davon ging über die Hälfte an die einkommensstärksten Haushalte. Hinzu kommt, dass nur ein Teil dieses Überschusses am Strommarkt erwirtschaftet wird: 85 Prozent der Gewinne fließen aus dem staatlichen Fördertopf vor allem an die besserverdienenden Haushalte.

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Hubertus Bardt / Judith Niehues / Holger Techert: Die Förderung erneuerbarer Energien in Deutschland - Wirkungen und Herausforderungen des EEG
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EEG-Umlage: Ärmere Haushalte sind besonders belastet
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Michael Hüther: Verteilungswirkungen des EEG - Wer profitiert, und wer muss zahlen?
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Gerechtigkeit
IW-Pressemitteilung, 5. September 2016

Gerechtigkeit Besser als wahrgenommenArrow

Die Reichen in Deutschland werden immer reicher, die Armen verlieren den Anschluss: Diese weitläufige Wahrnehmung hat wenig mit der wirtschaftlichen Realität zu tun, zeigt das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) in einem Faktencheck. Denn die Ungleichheit der Einkommen und Vermögen hat in den vergangenen zehn Jahren nicht zugenommen – die Lohnungleichheit sinkt sogar. mehr

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IW-Report, 5. September 2016

Martin Beznoska / Ralph Henger / Tobias Hentze / Hans-Peter Klös / Hagen Lesch / Judith Niehues / Jochen Pimpertz / Axel Plünnecke / Holger Schäfer / Jörg Schmidt / Christoph Schröder / Michael Voigtländer / Dirk Werner Faktencheck Gerechtigkeit und Verteilung – eine empirische Überprüfung wichtiger StereotypeArrow

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