Wohnflächennachfrage und Wohnungsbedarf der über 65-Jährigen im Jahr 2030

Lesebeispiel: Im Jahr 2030 beträgt im Landkreis Vorpommern-Rügen im Norden Mecklenburg-Vorpommerns der Anteil der Wohnflächennachfrage der über 65-Jährigen an der gesamten Wohnflächennachfrage mehr als 40 Prozent. Die Altersklasse der über 65-Jährigen bewohnt dort im Jahr 2030 im Vergleich zum Jahr 2015 um die 13.000 Wohneinheiten mehr. Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft Köln

Der demografische Wandel verändert die Zusammensetzung der deutschen Gesellschaft: das Verhältnis von Jungen zu Alten verschiebt sich in den kommenden Jahren und Jahrzehnten zu Gunsten der älteren Personen. Diese Entwicklung stellt vielfältige Herausforderungen an die deutsche Volkswirtschaft, insbesondere an die sozialen Sicherungssysteme und den Arbeitsmarkt. Aber auch der Immobilienmarkt steht vor großen Veränderungen, da ältere Menschen andere Wohnwünsche haben als Junge. Durch die sich abzeichnenden demografischen Entwicklungen nimmt ihre Bedeutung als Nachfrager am Wohnungsmarkt stetig zu. Das vorliegende Gut-achten untersucht vor diesem Hintergrund die qualitativen Wohnwünsche und die quantitative Entwicklung des Wohnflächenkonsums der aktuellen „Generation 50+“, die im Jahr 2030 die Gruppe der über 65-Jährigen bilden wird.

Eine vorgenommene Befragung der aktuellen Generation 50+ und somit der zukünftigen Senioren verdeutlicht, dass sich die meisten Menschen dieser Gruppe noch nicht aktiv mit ihrer Wohnsituation im Alter befassen, aber dennoch konkrete Wohnwünsche hegen. So können es sich Eigentümer praktisch nicht vorstellen, zukünftig zur Miete zu wohnen. Auch Menschen, die aktuell zur Miete wohnen, wünschen sich im Alter mehrheitlich Wohneigentum. Außerdem zeigen die Befragungsergebnisse den Wunsch der aktuell urban lebenden Generation 50+, auch in der Großstadt alt zu werden. Die Wohnung soll dabei eine hohe Lebensqualität bieten (insbesondere sind Balkon, Terrasse oder Garten gefragt). Die demografische Entwicklung bedingt eine zukünftig wachsende Nachfrage nach altersgerechten Wohnformen. Die Befragungsergebnisse zeigen, dass die Generation 50+ neuen Wohnformen gegenüber durchaus aufgeschlossen gegenüber-steht, solange die Selbständigkeit erhalten bleibt.

Der gesamtdeutsche Wohnflächenkonsum pro Kopf wird sich bis zum Jahr 2030 von 46,2 auf 51,5 Quadratmeter pro Kopf erhöhen, was mit einem Anstieg von 11,5 Prozent gleichzusetzen ist. Die Steigerung der Nachfrage pro Kopf ist vor allem durch eine Zunahme in der Altersgruppe der über 65-Jährigen zu begründen. Vor allem Landkreise, die mit der Abwanderung der jungen Bevölkerung zu rechnen haben, erwarten eine starke relative Alterung der Bevölkerung und damit auch einen größerer Bedarf zur Anpassung des Wohnungsmarktes. Relativ betrachtet steigt die Nachfrage der Senioren besonders in den Bundesländern Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. In 2030 werden rund drei Millionen mehr Wohnungen und Häuser von der Bevölkerung der Generation 65+ bewohnt werden, als dies 2015 der Fall ist.

Gutachten für die BPD Immobilienentwicklung GmbH

Philipp Deschermeier / Susanna Kochskämper / Michael Schier / Michael Voigtländer: Der Wohnungsmarkt 2030 – Wie und wo die Generation 65+ leben wird. In Kooperation mit BPD Immobilienentwicklung GmbH

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Pressemitteilung

Wohnen im Alter – Balkon statt Aufzug

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Präsentation

Michael Voigtländer / Philipp Deschermeier: Der Wohnungsmarkt 2030: Wie und wo die Generation 65+ leben wird

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Ansprechpartner

Gastbeitrag, 1. Dezember 2016

Michael Voigtländer in der Rheinischen Post Eigenheim-Förderung? Ja, aber richtig!Arrow

Angesichts niedriger Bauzinsen ist Wohneigentum heute fast überall günstiger als das Wohnen zur Miete. Doch viele Familien verfügen nicht über das nötige Eigenkapital. Statt neue Zuschüsse einzuführen, sollte der Staat die Nebenkosten senken. Ein Gastbeitrag von IW-Immobilienökonom Michael Voigtländer in der Rheinischen Post. mehr

Gutachten, 28. November 2016

Michael Voigtländer / Björn Seipelt Wohnkostenreport – Droht eine Überhitzung des deutschen Wohnungsmarktes?Arrow

Die Analyse von Mieten und Wohnnutzerkosten für 402 Kreise zeigt, dass das Wohnen im eigengenutzten Wohneigentum auf breiter Basis deutlich günstiger ist als das Wohnen zur Miete. Bei einer gesamtdeutschen Betrachtung ist der Erwerb von Wohneigentum durchschnittlich rund 41 Prozent günstiger als das Mieten. mehr