An den Geldmärkten nimmt die Anspannung ab. Der Zinssatz für unbesicherte Interbankenkredite mit dreimonatiger Laufzeit lag Mitte April nur noch um rund 60 Basispunkte über dem entsprechenden Zinssatz für besicherte Kredite.

Im Oktober 2008 wurde ein Maximalwert von 182 Punkten erreicht. Außerdem bunkern die Banken weniger überschüssige Liquidität bei der Europäischen Zentralbank. Zu Beginn des Jahres 2009 lagen dort noch 300 Milliarden Euro, Mitte April waren es lediglich gut 20 Milliarden Euro. Offenkundig leihen sich die Banken untereinander wieder mehr Geld zu günstigeren Konditionen. Endgültige Entwarnung kann allerdings noch nicht gegeben werden. Denn rezessionsbedingte Kreditausfälle werden zu weiteren Wertberichtigungen führen.

Während der Finanzmarkt mithin im Reparaturmodus arbeitet, beschäftigen sich Bankaufsicht und Politik mit dem Design der neuen Finanzmarktarchitektur. Danach wird es ein internationales Aufsichtsgremium geben, das neue Spielregeln für den Finanzmarkt erarbeitet und Regierungen ermahnen soll, sofern sie die Vorgaben nicht umsetzen. Zu diesen neuen Regeln gehören z.B. mehr und besseres Eigenkapital, eine zusätzlich in guten Zeiten zu bildende Rücklage sowie detaillierte Stresstests für die Banken. Dabei wird durchgespielt, ob ein Institut auch extreme Geschäftssituationen überstehen kann.

Pressemitteilung

Finanzmarktreform: Nach der Krise ist vor der Krise
IconDownload | PDF

Statement

IW-Direktor Michael Hüther: Lehren aus der Krise
IconDownload | PDF

Zahlen

Tabellen und Grafiken: Lehren aus der Krise
IconDownload | PDF

Fotos

IW-Kommunikationschef Axel Rhein und Michael Hüther (v. l.)
IconDownload | JPG

Axel Rhein und Michael Hüther vor Journalisten
IconDownload | JPG

Audio

1. Weiterentwicklung der Finanzmarktarchitektur
IconDownload | MP3

2. Öffentliche Haushalte nach der Krise
IconDownload | MP3

3. Investive Arbeitsmarktpolitik
IconDownload | MP3