D A CH-Reformbarometer 2013 Image
Quelle: IW Köln

Bei der reformpolitischen Bilanz der vergangenen zwei Jahre präsentiert sich Deutschland gegenüber der Schweiz und Österreich als Klassenbester. Dieser Erfolg wurde freilich nicht mit einem „großen Wurf“, sondern mit einer Reihe von reformpolitischen Trippelschritten erzielt. Das geht aus dem jüngsten D A CH-Reformbarometer hervor, das heute in Berlin vorgestellt wurde. In dem Ranking, das seit zehn Jahren die Wirtschafts-, Finanz- und Bildungspolitik der drei Länder unter die Lupe nimmt, belegen die Schweiz und Österreich die Plätze zwei und drei.

Deutschland punktet vor allem mit einer verbesserten Finanzierung der Verkehrsinfrastruktur, mit Fortschritten bei der Betreuung von Kleinkindern, der Einführung der Blue Card und einer ganzen Reihe weiterer Verbesserungen. Negativ schlug besonders das neue Betreuungsgeld zu Buche. In der Schweiz hat der Reformeifer zwar nachgelassen. Bei der Finanzmarktpolitik konnte die Alpenrepublik aber mit gesetzlichen Initiativen zu Quellensteuer und Geldwäsche Boden gutmachen. In Österreich wiederum hat vor allem die Konsolidierung der Staatsfinanzen das Reformtempo gedrückt, denn die Steuerlast für die Bürger stieg von einem bereits hohen Niveau weiter an. Immerhin dürfte dadurch 2013 das Maastricht-Kriterium wieder eingehalten werden.

Das D A CH-Reformbarometer, das gemeinsam von den Thinktanks Avenir Suisse, der Wirtschaftskammer Österreich und dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) erarbeitet wird, wurde um neue Indikatoren wie Finanzmarkt- und Bildungspolitik ergänzt. Von dieser methodischen Neuaufstellung hat Deutschland unter den beteiligten Ländern am meisten profitiert.

Gutachten

Thomas Puls / Robert Koza / Marco Salvi / Martin Wermelinger: Das D A CH-Reformbarometer für 2011/2012 – Reformpolitik in Deutschland, Österreich und der Schweiz
IconDownload | PDF

Pressemitteilung Institut der deutschen Wirtschaft Köln

D A CH-Reformbarometer: In Trippelschritten auf das Treppchen
IconDownload | PDF

Pressemitteilung Avenir Suisse

Flaue Reformdynamik in der Schweiz
IconDownload | PDF

Pressemitteilung WKÖ

Österreich auf Platz zwei
IconDownload | PDF

Fotos

Ansprechpartner

11. Januar 2017

Lohnstückkosten Die Kostenbelastung bleibt hochArrow

Die deutsche Industrie muss im Vergleich zur internationalen Konkurrenz weiterhin mit einem deutlichen Kostennachteil zurechtkommen. In den Jahren seit der Finanz- und Wirtschaftskrise sind die Lohnstückkosten in Deutschland sogar deutlich schneller gestiegen als im Ausland. mehr auf iwd.de

5. Januar 2017

Forschungsausgaben Aller guten Dinge sind 3,5Arrow

Die deutsche Wirtschaft hat im Jahr 2015 mehr denn je in Forschung und Entwicklung investiert. Doch um zur internationalen Spitze aufzuschließen, reicht das gesamtwirtschaftliche Engagement noch nicht aus. Die Bundesregierung wäre deshalb gut beraten, endlich eine steuerliche Forschungsförderung auf den Weg zu bringen. mehr auf iwd.de

Kapitalflucht aus Italien? "Diese Ängste sind überzogen"
Gastbeitrag, 5. Dezember 2016

Jürgen Matthes auf Focus Online Kapitalflucht aus Italien? "Diese Ängste sind überzogen"Arrow

Italien steht am Scheideweg: Verliert Matteo Renzi am Sonntag das Referendum, drohen Rücktritt, Neuwahlen und eine Bankenkrise. Angeblich bringen die Italiener bereits Geld außer Landes. Doch die Interpretation ist falsch, schreibt IW-Experte Jürgen Matthes in seinem Gastkommentar für Focus Online. mehr