Die Wirtschaft ist im Aufschwung, doch den Unternehmen fehlen Fachkräfte. In Deutschland liegt die Fachkräfte-Lücke im Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – kurz MINT – bei mehr als 117.000 Personen. Dies ist das Ergebnis des MINT-Trendreports 2011.

Dr. Hans-Peter Klös, Geschäftsführer beim Institut der deutschen Wirtschaft Köln, sagt: „Die gestiegene Nachfrage nach MINT-Kräften hat den Arbeitsmarkt leergefegt. Allein im Februar ist die MINT-Fachkräfte-Lücke um 21.000 Personen gestiegen – die höchste Zunahme binnen eines Monats seit dem Jahr 2000. Der Bedarf der Unternehmen an MINT-Professionals wird in den nächsten Jahren weiter zunehmen. Die Zahl der MINT-Hochschulabsolventen ist zwar gestiegen, aber immer noch zu niedrig, um den Bedarf zu decken.“

Thomas Sattelberger, Vorstandsvorsitzender der von BDA und BDI getragenen Initiative „MINT Zukunft schaffen“ und Personalvorstand der Deutschen Telekom AG, betont: „Um dem Fachkräftemangel in Deutschland etwas entgegensetzen zu können, müssen wir die MINT-Bildung – und zwar entlang der gesamten Bildungskette – stärken. Zwei naturwissenschaftlich-technische Fächer bis zum Abitur sind hier ein Muss. Und wir können es uns nicht länger leisten, wertvolles Talentpotenzial zu vergeuden: Vor allem bei Mädchen und jungen Frauen müssen wir noch intensiver als bisher für MINT werben.“

Gabriele Sons, Hauptgeschäftsführerin von Gesamtmetall, erklärt: „Die Metall- und Elektro-Industrie beschäftigt unter ihren 3,5 Millionen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern rund ein Viertel aller MINT-Akademiker in Deutschland. Sie ist also besonders betroffen, wenn sich der bereits bestehende MINT-Mangel noch vergrößert. Fachkräftesicherung ist deshalb ein unverzichtbarer Teil einer wachstumsorientierten Wirtschafts- und Beschäftigungspolitik: Wenn freie Stellen für Ingenieure und MINT-Fachkräfte nicht besetzt werden können, verspielen wir Wachstumschancen.“

Der MINT-Trendreport wurde in diesem Jahr zum ersten Mal vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln erstellt. Die Studie entstand im Auftrag der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, des Bundesverbands der Deutschen Industrie, des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall und der Initiative „MINT Zukunft schaffen“.

Gutachten

Christina Anger / Vera Erdmann / Axel Plünnecke: MINT-Trendreport 2011
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iwd-Artikel

MINT-Arbeitsmarkt: Gefragt, begehrt, gesucht
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Statement

Hans-Peter Klös: MINT-Trendreport 2011
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Ansprechpartner

IW-Kurzbericht, 14. Februar 2017

Oliver Koppel / Axel Plünnecke Erste Erfolge der qualifizierten Zuwanderung aus IndienArrow

Bereits in den letzten Jahren haben Zuwanderer erheblich zur Fachkräftesicherung in MINT-Berufen beigetragen. Bestrebungen, MINT-Zuwanderer aus dem Herkunftsland Indien zu gewinnen, zeigen erste Erfolge – sowohl die Zahl der Beschäftigten in akademischen MINT-Berufen als auch die Zahl der Studierenden in MINT-Fächern sind zuletzt deutlich gestiegen. mehr

Ökonomische Auswirkungen der Familienarbeitszeit auf die Metall- und Elektro-Industrie
Gutachten, 9. Februar 2017

Holger Schäfer Ökonomische Auswirkungen der Familienarbeitszeit auf die Metall- und Elektro-IndustrieArrow

Das Familiengeld soll Eltern finanziell belohnen, die sich die Erwerbsarbeit in einem Korridor von 28 bis 36 Stunden gleichmäßig aufteilen. Eine Studie, die das Institut der deutschen Wirtschaft Köln im Auftrag des Verbandes Gesamtmetall gemacht hat, zeigt, dass diese Leistung den Fachkräfteengpass in der Metall- und Elektro-Industrie verstärkt. mehr

23. Dezember 2016

Demografie Generation WunschkonzertArrow

Deutschland hat eine der niedrigsten Geburtenraten weltweit. Der chronische Kindermangel hat sich längst auf dem Arbeitsmarkt niedergeschlagen: Junge Jobstarter haben so viele Chancen wie noch nie. In den Unternehmen sind Berufseinsteiger als „knappe Ressource“ so stark nachgefragt, dass sie ihre Wünsche und Vorstellungen oft durchsetzen können. mehr auf iwd.de