Wohnen im Alter Image
Der Bedarf an seniorengerechten Wohnungen wird deutlich steigen. Foto: Dean Mitchell/iStock

Die meisten Großstädter haben sich noch nicht überlegt, wie sie im Alter wohnen wollen, ergibt eine Umfrage unter 50- bis 65-Jährigen. Die zukünftige Rentnergeneration hat dennoch konkrete Wünsche: Eigentümer können sich praktisch gar nicht vorstellen, zur Miete zu wohnen, und auch Menschen, die derzeit zur Miete wohnen, wünschen sich im Alter mehrheitlich Wohneigentum. Mehr als ein Fünftel der Befragten will – unabhängig von der Realisierbarkeit – umziehen; zwei Drittel von ihnen innerhalb der nächsten 5 Jahre. Der Großteil, fast 80 Prozent, will weiterhin in einer Großstadt wohnen. „Aus der Umfrage lässt sich der Wunsch der künftigen Rentner ableiten, dass diejenigen, die gegenwärtig in einer Großstadt leben, dort auch alt werden möchten“, sagt IW-Immobilienexperte Michael Schier.

Besonders wichtig finden fast 41 Prozent der Befragten, dass ihr Alterswohnsitz einen Balkon, eine Terrasse oder einen Garten hat. Technische Hilfen im Haus, wie einen Aufzug, halten hingegen nur 29 Prozent für sehr wichtig. „Diese Hilfsmittel werden erst in höherem Alter bedeutsam“, erklärt IW-Forscher Philipp Deschermeier. Der Bedarf an seniorengerechten Wohnungen wird dennoch deutlich steigen. Neben Neubauten müssen dafür auch mehr Bestandswohnungen umgebaut werden. Schließlich zeigen die Berechnungen des IW Köln, dass die Generation der über 65-Jährigen im Jahr 2030 rund 3 Millionen Wohnungen mehr bewohnt als die heute über 65-Jährigen. In 71 von 402 Kreisen in Deutschland entfallen im Jahr 2030 jeweils mehr als 40 Prozent der Wohnungsnachfrage auf die Generation 65+.

Für das Gutachten wurden u.a. 305 Menschen im Alter zwischen 50 und 65 Jahren telefonisch interviewt, die in einer Großstadt mit mindestens 100.000 Einwohnern leben. Die Studie wurde in Kooperation mit der BPD Immobilienentwicklung erstellt.

Hohes Alter, hoher Bedarf

Wohnflächennachfrage und Wohnungsbedarf der über 65-Jährigen im Jahr 2030

Lesebeispiel: Im Jahr 2030 beträgt im Landkreis Vorpommern-Rügen im Norden Mecklenburg-Vorpommerns der Anteil der Wohnflächennachfrage der über 65-Jährigen an der gesamten Wohnflächennachfrage mehr als 40 Prozent. Die Altersklasse der über 65-Jährigen bewohnt dort im Jahr 2030 im Vergleich zum Jahr 2015 um die 13.000 Wohneinheiten mehr. Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft Köln

Gutachten für die BPD Immobilienentwicklung GmbH

Philipp Deschermeier / Susanna Kochskämper / Michael Schier / Michael Voigtländer: Der Wohnungsmarkt 2030 – Wie und wo die Generation 65+ leben wird. In Kooperation mit BPD Immobilienentwicklung GmbH

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Baubedarf
Pressemitteilung, Nr. 38 vom 22. Juni 2016

Baubedarf Wohnraum bleibt MangelwareArrow

In Deutschland werden viel zu wenige Wohnungen gebaut, vor allem in den Großstädten. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) in einem Report. Mancherorts, zum Beispiel in Köln und Düsseldorf, sind die Baugenehmigungen sogar rückläufig, obwohl der Druck auf den Wohnungsmarkt hoch bleibt. Die Politik muss gegensteuern und die Metropolen entlasten. mehr

22. Juni 2016

Baubedarf Wohnungsmangel in DeutschlandArrow

In der Bundesrepublik wird zu wenig gebaut. Nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) müssten bis zum Jahr 2020 bundesweit jährlich mindestens 310.000 Wohnungen fertiggestellt werden, bei anhaltender Migration vergrößert sich der Baubedarf sogar auf 380.000 Wohnungen. Vor allem in den Ballungszentren ist Wohnraum knapp. mehr auf iwd.de