Die stärksten Schultern tragen mehr Image
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Der Untersuchung zufolge spielt die Einkommenssteuer dabei die wichtigste Rolle. Grund ist der progressive Steuertarif. Das bedeutet: Mit steigendem Einkommen erhöht sich auch der Anteil, der als Steuer fällig wird. Teilt man die Haushalte sortiert nach Einkommen in zehn Gruppen, werden die Umverteilungswirkungen deutlich sichtbar. Danach zahlt das oberste Zehntel der Einkommenssteuerpflichtigen weit mehr als die Hälfte des gesamten Aufkommens an Einkommenssteuer. Aber nicht alle Steuerpflichtigen leisten Beiträge zur gesetzlichen Sozialversicherung. Das führt dazu, dass die prozentuale Gesamtbelastung durch Einkommens- und Mehrwertsteuer sowie Sozialbeiträge im neunten Dezil am stärksten ist. „Ansonsten steigt die Belastung mit Steuern und Sozialbeiträgen in Deutschland stetig mit dem Einkommen an“, resümiert die Analyse.

Im internationalen Vergleich fällt auf, dass die direkten und indirekten Steuern sowie die Sozialversicherungsbeiträge einen etwa gleichgewichtigen Anteil am Steueraufkommen der Bundesrepublik besitzen. In den USA und Japan ist dagegen der Anteil an Verbrauchssteuern relativ gering. Beim Spitzensteuersatz rangiert Deutschland mit 47,5 Prozent hinter Finnland (49,2) und Großbritannien (50) im Mittelfeld.

Thilo Schaefer
Verteilung der Steuern und Sozialbeiträge in Deutschland
IW-Trends 1/2013

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8. Dezember 2016

Einkommenssteuer „Es geht um hart erarbeitetes Geld“Arrow

Das IW Köln plädiert für die Beseitigung der kalten Progression in der deutschen Einkommenssteuer, der nächste Schritt wäre ein Abbau des sogenannten Mittelstandsbauchs. Warum es richtig ist, die Steuerzahler zu entlasten, darüber hat der „iwd“ mit dem Finanzwissenschaftler und Präsidenten des Münchener ifo Instituts Clemens Fuest gesprochen. mehr auf iwd.de

IW policy paper, 2. Dezember 2016

Martin Beznoska Die Belastungs- und Aufkommenswirkungen der kalten ProgressionArrow

Von 2010 bis einschließlich 2015 hat sich die gesamte, nicht mittels Tarifanpassungen ausgeglichene Zusatzbelastung der Steuerzahler durch die kalte Progression auf 36,5 Milliarden Euro summiert. Diese versteckten impliziten Steuererhöhungen durch die kalte Progression sind nicht durch die Gesetzgebung legitimiert und sollten daher von der Politik beseitigt werden. mehr