Onlineplattformen Image
Die EU-Kommission will bei der Digitalisierung einheitliche Regeln in Europa. Foto: Empato/iStock

Big Data, Airbnb, Industrie 4.0, Google, Uber, Facebook – die vergangenen Jahre haben einerseits gezeigt, dass vorhandene Regeln in der EU mit den jüngsten digitalen Entwicklungen kaum Schritt halten. Andererseits droht Europa bei der Digitalisierung den Anschluss an andere Weltregionen zu verlieren. Die EU-Kommission will deshalb einen „Digital Single Market“ mit einem einheitlichen Regelwerk schaffen. Zudem hat der Europäische Gerichtshof im Oktober das „Safe Harbor“-Datenabkommen mit den USA kassiert und die Rechtssicherheit muss von daher im transatlantischen Austausch wieder hergestellt werden. Beim öffentlichen Konsultationsverfahren der EU-Kommission können sich interessierte Institutionen momentan zum Themenkomplex Online-Plattformen einbringen. Das IW Köln ist dieser Aufforderung gefolgt und formuliert in seiner Marktanalyse zentrale Forderungen für die digitale Zukunft:

  • Es ist besonders wichtig, die Chancengleichheit von klassischen und Online-Anbietern zu gewährleisten. Sprich: Beide sollten die gleichen Regeln befolgen müssen. Diese sollten allerdings immer so liberal wie möglich ausfallen, um den Wettbewerb zu stimulieren und den Marktzutritt nicht unnötig zu erschweren.
  • Es gilt immer im Einzelfall zu prüfen, ob ein pauschales Gesetz Sinn macht. Denn beispielsweise bei der Frage, inwieweit digitale Daten zwischen ähnlichen Plattformen einfach zu übertragen sein müssen, verweist die Studie darauf, dass es entsprechende Möglichkeiten in der analogen Welt zum Teil auch nicht gibt. Überprüft werden muss außerdem, ob sich eine gesetzlich verbriefte Portierbarkeit negativ auf Geschäftsmodelle und Innovationen auswirken könnte.
  • Die Politik muss alles daran setzen, dass Online-Plattformen ihre Geschäftsbedingungen so transparent wie möglich gestalten. Dafür rät das IW Köln unter anderem zu einem Qualitätssiegel, das privat organisiert und finanziert werden könnte.
  • Neben diesen direkten Maßnahmen ist es nötig, dass bereits Schulen den verantwortungsvollen Umgang mit persönlichen Daten thematisieren. Keiner darf in diesem Bereich aus der Eigenverantwortung entlassen werden.

IW policy paper

Vera Demary: The Platformization of Digital Markets – Comments on the Public Consultation of the European Commission on the Regulatory Environment for Platforms, Online Intermediaries, Data and Cloud Computing and the Collaborative Economy

IconDownload | PDF

Ansprechpartner

Veranstaltung
Veranstaltung, 6. Juli 2016

Expert Exchange Recovery and decline in the Eurozone – Southern Europe in focusArrow

The Cologne Institute for Economic Research (IW Köln) and the German Institute for International and Security Affairs - Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) organise an expert exchange to discuss the ongoing effects of the economic situation in Southern Europe. mehr

Gutachten
Gutachten, 24. Juni 2016

Sven Conventz / Roman Bertenrath Startup Region KölnArrow

In dem Gutachten für die Stadt Köln und die Industrie- und Handelskammer Köln beschreiben die IW Consult-Forscher die Bedeutung und die Struktur der digitalen Start-ups in Köln. mehr

Kölner Skyline
Pressemitteilung, Nr. 40 vom 24. Juni 2016

Start-up-Szene Kölner Digitalwirtschaft gut aufgestelltArrow

App-Entwickler, Anbieter von Cloud-Lösungen und Online-Händler fühlen sich in Köln wohl: Ein Prozent der Kölner Unternehmen lassen sich der digitalen Start-up-Szene zurechnen – damit ist die Branche anteilig ähnlich bedeutsam wie in Berlin. Das zeigt eine Auswertung des neuen Digitalindex von IW Consult, beDirect und Datalovers für Köln. mehr