Mittelschicht Image
Quelle: Fotolia

Das zeigt die jetzt vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) vorgelegte Studie „Arm und Reich in Deutschland: Wo bleibt die Mitte?“. Neben soziokulturellen Merkmalen wie Bildung und Beruf ist das Monatseinkommen ein wichtiger Maßstab dafür, ob jemand zur Mittelschicht gehört oder nicht. Besonders stark vertreten ist die soziokulturelle Mitte in einem Band, das von 80 bis 150 Prozent des mittleren Einkommens reicht. Für einen Alleinstehenden entspricht dies beispielsweise einem monatlichen Nettoeinkommen zwischen 1.310 und 2.457 Euro. Die Familie ist in der gesellschaftlichen Mitte kein Auslaufmodell. Jeder Zweite, der dazugehört, lebt in einem Paarhaushalt mit Kindern.

Die Mittelschicht in Deutschland kann auch auf nennenswerte Vermögen zurückgreifen. So besitzt ein Mittelschichts-Ehepaar ein durchschnittliches Nettovermögen von gut 160.000 Euro; ein Gutteil davon steckt in selbst genutztem Wohneigentum. Vermögensmillionäre sind in der Mitte ebenfalls keine Seltenheit. Insgesamt vereint die Mittelschicht 42 Prozent des Nettovermögens in Deutschland auf sich. Die Pläne der Politik, Vermögen künftig stärker zu belasten, treffen also nicht nur Topverdiener, sondern auch die Eigenheimbesitzer aus der Mittelschicht, warnen die Autoren der Studie.

Judith Niehues / Thilo Schaefer / Christoph Schröder
Arm und Reich in Deutschland: Wo bleibt die Mitte?
Analysen Nr. 89, Köln 2013, 64 Seiten, 18,90 Euro
Versandkostenfreie Bestellung unter: www.iwmedien.de/bookshop

Ansprechpartner

23. September 2016

Kommentar Erbschaftssteuer: Eine (fast) unendliche GeschichteArrow

Der Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat hat sich in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag geeinigt, bis Mitte Oktober sollen Bundestag und Bundesrat dem gefundenen Kompromiss zur Erbschaftssteuerreform zustimmen. Kommt es dazu, hätte die Politik die allerletzte Chance genutzt, die vom Bundesverfassungsgericht geforderten Änderungen umzusetzen. Das wäre jedoch absolut kein Grund, stolz zu sein, sagt Tobias Hentze, Referent für Öffentliche Finanzen im IW Köln. mehr auf iwd.de

Erbschaftsteuerreform
IW-Nachricht, 22. September 2016

Erbschaftsteuerreform Eine komplizierte EinigungArrow

Der Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat hat sich in der Nacht auf einen Kompromiss zur Erbschaftsteuerreform geeinigt. Für die Politik ist das Ergebnis kein Ruhmesblatt, da sie die vom Bundesverfassungsgericht gesetzte Frist nicht erfüllt hat. Für die Unternehmen bedeutet die Einigung zumindest Rechtssicherheit, sofern Bundestag und Bundesrat morgen zustimmen. Und die Korrektur der bestehenden Überbewertung ist aus ökonomischer Sicht ein Schritt nach vorne. mehr

Interview, 8. September 2016

Michael Hüther und Gustav A. Horn auf Zeit Online "Es gibt kein Problem mit Altersarmut"Arrow

Ein großer Niedriglohnsektor und Abstiegsangst der Mittelschicht, gleichzeitig fast Vollbeschäftigung und hohes Wachstum: Wie gerecht ist Deutschland? Ein Streitgespräch zwischen IW-Direktor Michael Hüther und Gustav A. Horn, Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung. mehr