IW Immobilien-Index: Neubau an der Berliner Mauer Image
Die Immobilienbranche boomt – und wächst gleichzeitig stärker zusammen. Neubau an der Berliner East Side Gallery. Foto: Eldad Carin/iStock

Die starke Zuwanderung wird die Nachfrage nach Wohnraum 2016 nach oben treiben und die Zinsen – gerade jene für Immobilienkredite – bleiben erst einmal auf ihrem derzeitigen historisch niedrigen Niveau. Insofern überrascht es nicht, dass die Immobilienwirtschaft weiterhin positiv in die Zukunft blickt: 66 Prozent der vom IW Köln in Kooperation mit der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft RBSM befragten Firmen rechnen mit weiter steigenden Immobilienpreisen, 84 Prozent gehen davon aus, dass die derzeit guten Finanzierungskonditionen bestehen bleiben, 11 Prozent erwarten sogar, dass sie sich positiv entwickeln.

Allerdings könnten die zunehmend stärker regulierten Banken für einen Dämpfer sorgen: Die Geldhäuser müssen immer höhere Eigenkapitalanforderungen und Liquiditätspflichten erfüllen, was dazu führen könnte, dass sie die Kreditkonditionen verschärfen – oder einfach weniger Immobilienkredite vergeben. „Die Regulierung der Finanzmärkte strahlt immer stärker auf den Immobilienmarkt aus“, gibt IW-Immobilienökonom Michael Voigtländer zu bedenken. Für Immobilienunternehmen kommt es daher darauf an, auch alternative Finanzierungsquellen zu erschließen.

Das erklärt auch, warum viele Befragte auch im kommenden Jahr mit weiteren Fusionen rechnen: Von den Wohnungsunternehmen erwarten über 85 Prozent, dass im Jahr 2016 mindestens so viele Fusionen stattfinden wie im vergangenen Jahr, bei den Anbietern von Gewerbeimmobilien sind es ähnlich viele. Denn die meisten Firmen sehen in der Größe einen wichtigen Wettbewerbsvorteil, der den Eintritt in den Kapitalmarkt erleichtert und internationale Investoren und Aktionäre lockt. Der Faktor Größe bleibt allerdings umstritten: Knapp die Hälfte der vom IW Köln befragten Immobilienfirmen befürchtet, dass große Unternehmen ihre Bestände schlechter verwalten könnten.

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Gastbeitrag, 1. Dezember 2016

Michael Voigtländer in der Rheinischen Post Eigenheim-Förderung? Ja, aber richtig!Arrow

Angesichts niedriger Bauzinsen ist Wohneigentum heute fast überall günstiger als das Wohnen zur Miete. Doch viele Familien verfügen nicht über das nötige Eigenkapital. Statt neue Zuschüsse einzuführen, sollte der Staat die Nebenkosten senken. Ein Gastbeitrag von IW-Immobilienökonom Michael Voigtländer in der Rheinischen Post. mehr

Gutachten, 28. November 2016

Michael Voigtländer / Björn Seipelt Wohnkostenreport – Droht eine Überhitzung des deutschen Wohnungsmarktes?Arrow

Die Analyse von Mieten und Wohnnutzerkosten für 402 Kreise zeigt, dass das Wohnen im eigengenutzten Wohneigentum auf breiter Basis deutlich günstiger ist als das Wohnen zur Miete. Bei einer gesamtdeutschen Betrachtung ist der Erwerb von Wohneigentum durchschnittlich rund 41 Prozent günstiger als das Mieten. mehr