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Der Protest gegen TTIP ist bei vielen Bürgern Ausdruck von großem Misstrauen gegenüber der EU. Foto: Axel Bueckert/iStock

Drei Jahre nach Beginn der Verhandlungen zu TTIP herrscht in Deutschland Skepsis: Viele Bürger sind verunsichert, es finden sich mehr Gegner des geplanten Abkommens als Befürworter. Doch mit einer generellen Ablehnung des Freihandelsgedanken haben die Proteste gegen TTIP wenig zu tun. Sogar unter den Skeptikern sehen zwei von drei Bundesbürgern den freien Handel eher positiv, zeigen Eurobarometer-Daten.

Ein wichtiger Grund für die Skepsis ist das Misstrauen vieler Bürger gegenüber der EU. Die Bundesbürger sprechen sich mit einer um fast zehn Prozent höheren Wahrscheinlichkeit für TTIP aus, wenn sie der EU vertrauen, zeigt die IW-Studie. „Die Ablehnung von TTIP ist zum Teil also auch ein Protest gegen die politischen Strukturen der EU“, erklärt IW-Ökonomin Galina Kolev. Nur 43 Prozent der TTIP-Skeptiker haben das Gefühl, dass ihre Stimme in der EU zählt. Unter den Befürwortern sind es mehr als zwei Drittel. „Viele Bürger sind mit der Art und Weise, wie Demokratie auf EU-Ebene funktioniert, unzufrieden und glauben nicht daran, die Politik in Brüssel beeinflussen zu können.“ Dabei werden die positiven ökonomischen Effekte des Abkommens oft übersehen. So zeigen die IW-Berechnungen, dass die Unterstützung für TTIP mit der Einschätzung für die wirtschaftlichen Folgen der Globalisierung zusammenhängt. Geben die Befragten an, dass Globalisierung eine Chance für das Wirtschaftswachstum darstellt, so liegt die Wahrscheinlichkeit für eine TTIP-Unterstützung um fast ein Fünftel höher.

Entsprechend, so das Fazit der IW-Ökonomen, ist die Politik mehr denn je in der Pflicht, die Bürger besser über die positiven Seiten der Europäischen Integration, der Globalisierung und des Freihandelsabkommens zu informieren. Denn eine aktuelle Umfrage im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung zeigt: Jeder zweite Deutsche hat sich noch gar keine umfassende Meinung zu TTIP gebildet. "Das Freihandelsabkommen ist also noch nicht verloren“, sagt Kolev.

IW-Report

Galina Kolev: Ja zu Freihandel, nein zu TTIP? Die TTIP-Skepsis und ihre Ursachen

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Galina Kolev zu den Gründen für die Skepsis gegenüber TTIP:

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24. November 2016

Türkei Zurückbesinnen statt weitermachenArrow

Immer intensiver diskutiert die Europäische Union, ob sie die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei abbrechen sollte. Doch nicht nur deshalb wäre die türkische Regierung unter Präsident Recep Tayyip Erdogan gut beraten, ihren politischen Kurs zu korrigieren: Mit ihm schickt sie sich an, alles zu zerstören, was sie in den vergangenen Jahren für die Türkei erreicht hat. mehr auf iwd.de

Interview, 22. November 2016

Galina Kolev auf tagesschau.de "TPP-Ausstieg ist nicht sinnvoll"Arrow

"America First" sei eine nachvollziehbare Strategie des neuen US-Präsidenten Trump, sagt die Konjunkturforscherin Kolev. Eine Abschottung sei aber nicht im Interesse der US-Industrie - ebenso wenig wie der Ausstieg aus dem TPP-Abkommen. mehr