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Große Schwierigkeiten bei der Suche nach qualifizierten Mitarbeitern haben aber auch die Betriebe in Deutschland, Luxemburg, Belgien und Frankreich. Anders sieht es hingegen in Griechenland, Kroatien und Spanien aus, wo viele gut ausgebildete Menschen arbeitslos sind. Für sie böte sich ein Job im Norden Europas an. Solche binneneuropäischen Wanderungen würden – zumindest für einige Jahre – drei Fliegen mit einer Klappe schlagen: In den Herkunftsländern sinkt die Arbeitslosigkeit, in den Zielländern wird der Fachkräfteengpass gemildert und europaweit steigt die Beschäftigung.

Auf längere Sicht allerdings müssen sich fast alle Länder in Europa darüber Gedanken machen, wie sie aus eigener Kraft die Erwerbsbeteiligung steigern können – denn der demografische Wandel wird nahezu überall dazu führen, dass Arbeitskräfte knapper werden. In den kommenden Jahren werden in Europa rund 60 Millionen Menschen im derzeit erwerbsfähigen Alter die Ruhestandsgrenzen erreichen. Lediglich in Irland und Island wird die nachrückende Generation in einem Vierteljahrhundert zahlenmäßig in der Lage sein, die arbeitsmarktaktiven Älteren zu ersetzen. In allen anderen europäischen Ländern hingegen wird es aufgrund der geringen Geburtenraten eine Lücke zwischen Arbeitsangebot und Erwerbspersonen geben.

Markus Demary, Vera Erdmann
Fachkräfteengpässe und Arbeitslosigkeit in Europa – Wanderung als kurzfristiger Ausgleichsmechanismus
IW-Trends 3/2012

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In Deutschland ist Personal in MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) seit Jahren knapp. Ohne die ausländischen Beschäftigten wäre die Fachkräftelücke sogar noch größer. Zur Verbesserung der Lage braucht es eine gezielte Zuwanderungspolitik. mehr auf iwd.de

Die MINT-Lücke wäre noch deutlich größer, wenn wir nicht die starke Zuwanderung in den letzten Jahren gehabt hätten.
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In Deutschland fehlen in den Bereichen Mathematik, Informatik, Technik und Naturwissenschaft so viele Arbeitskräfte wie nie zuvor. Besonders der Osten sei betroffen, sagte Axel Plünnecke vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln im Deutschlandfunk. Dort gebe es weniger Zuwanderung. Die helfe aber "sehr stark, die Fachkräftesicherung und die Innovationskraft zu erhalten". mehr