Wer nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung noch eine Fortbildung zum Meister, Techniker oder Fachwirt macht, profitiert in vielfacher Hinsicht: Sogenannte Fortbildungsabsolventen sind seltener arbeitslos als Akademiker, verdienen ähnlich gut und sind am Arbeitsmarkt besonders gefragt. Im März 2016 gab es in 35 von 102 Fortbildungsberufen mehr offene Stellen als Arbeitslose und damit einen Fachkräfteengpass. Knapp fünf Jahre zuvor war dies in erst 22 Berufen der Fall.

Dabei gibt es regionale Unterschiede: Vor allem in Süddeutschland fehlen in Metall- und Elektroberufen qualifizierte Mitarbeiter. Gerade kleine und mittlere Unternehmen sollten daher verstärkt überregional nach neuen Mitarbeitern suchen. „Zudem können Firmen ihre Mitarbeiter unterstützen, Fortbildungen zu absolvieren, etwa indem sie sie von der Arbeit freistellen oder sich an den Lehrgangs- und Prüfungskosten beteiligen“, sagt IW-Berufsforscherin Susanne Seyda. Und auch die Digitalisierung bietet Chancen, die Fachkräfteengpässe abzumildern: Vor allem in der Automatisierungstechnik und der Elektrotechnik können computergesteuerte Maschinen die Spezialisten entlasten.

Das geht im Gesundheits-, Sozial- und Bildungsbereich kaum. Zum einen sind dort die technischen Voraussetzungen in der Regel nicht gegeben, zum anderen müssen auch rechtliche und ethische Argumente bedacht werden. Beispielsweise fehlt in Deutschland – im Gegensatz zu Japan - die Akzeptanz für Pflegeroboter. Daher ist gerade in diesem Berufsfeld zusätzliches Personal nötig. Die IW-Untersuchung wurde vom IW-Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) erstellt, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert wird.

Gutachten für das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

Sebastian Bußmann / Susanne Seyda: Fachkräfteengpässe in Unternehmen – Berufe mit Aufstiegsfortbildung: Zwischen Fachkräfteengpässen und Digitalisierung

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IW-Kurzbericht

Sebastian Bußmann / Susanne Seyda: Fachkräfteengpässe – Digitalisierung als Mittel gegen Fachkräfteengpässe

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Ansprechpartner

New Skills Agenda der EU-Kommission
IW-Nachricht, 5. Dezember 2016

New Skills Agenda der EU-Kommission Image der Berufsausbildung verbessernArrow

Die Europäische Woche der Berufsbildung soll die berufliche Ausbildung attraktiver machen. Das duale Ausbildungssystem in Deutschland kann dabei insbesondere Ländern mit hoher Jugendarbeitslosigkeit als Vorbild dienen. mehr

Diversity Management – Bunte Mischung aus Alt und Jung
Gastbeitrag, 5. Dezember 2016

Christiane Flüter-Hoffmann für Mediaplanet Diversity Management – Bunte Mischung aus Alt und JungArrow

Auszubildende unter 20 Jahre und Silver Worker über 65 Jahre – diese beiden Beschäftigtengruppen zeigen die große Spannweite von Altersgruppen auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Ein Gastbeitrag von IW-Personalökonomin Christiane Flüter-Hoffmann auf dem Onlineportal erfolg-und-business.de der Agentur Mediaplanet. mehr

Menschen mit Behinderung
IW-Nachricht, 2. Dezember 2016

Menschen mit Behinderung Zentrale Anlaufstelle fehltArrow

Am 3. Dezember wird zum 24. Mal der „Internationale Tag der Menschen mit Behinderung“ begangen. Fast jede zehnte Person in Deutschland ist schwerbehindert, doch abgehängt sind sie deshalb nicht: Für die deutsche Wirtschaft ist die Integration behinderter Menschen vielfach selbstverständlich. Die Politik könnte sie dabei allerdings noch besser unterstützen. mehr