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Diese Tendenz zur Desintegration und Renationalisierung trifft nicht nur die Krisenstaaten, sondern auch Länder mit hoher Kreditwürdigkeit. Als der Euro 1999 eingeführt wurde, hatte das sehr positive Effekte. Denn auf den Finanzmärkten stand Unternehmen und Staaten mit einem Mal deutlich mehr Kapital zur Verfügung, um Investitionen zu finanzieren. Als logische Folge erhöhten sich die Forderungen der Banken aus den wichtigsten Euroländern gegenüber der Eurozone bis 2008 um fast das 4,5-Fache.

Seit der Finanzkrise hat sich der Trend umgekehrt: Zwischen dem zweiten Quartal 2008 und dem ersten Quartal 2012 sind die Bankenforderungen gegenüber der Eurozone um 42 Prozent, gegenüber den Krisenstaaten sogar um mehr als 50 Prozent gesunken. Nach der Lehman-Pleite mussten sich viele Banken gesundschrumpfen, indem sie Kredite abbauten. Im Zuge der Euro-Schuldenkrise kam es vor allem zu einem Rückzug aus den Krisenstaaten. Ob es mit der Desintegration weitergeht, hängt jetzt in erster Linie vom weiteren Krisenverlauf ab.

Jürgen Matthes / Simon Rother
Krisenwirkungen auf die Finanzverflechtungen im Euroraum
IW-Trends 4/2012

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Why the ECB is not to blame for low interest rates
Gastbeitrag, 15. September 2016

Markus Demary auf EUROPP Why the ECB is not to blame for low interest ratesArrow

In the latest set of EU stress tests, several German lenders performed poorly. As Markus Demary writes in EUROPP (Blog of LSE about European Politics and Policy), some of this performance has been blamed on low interest rates squeezing the profitability of lenders. He argues that while the ECB has frequently been blamed for this situation, the reality is more complex and instead reflects long-term trends which can only be addressed by lasting structural reforms. mehr