Euro-Bankenprüfung Image
London Quelle: Banken QQ7 - Fotolia

Die IW-Studie "Bankenmonitor" hat parallel zur laufenden Prüfung der Europäischen Zentralbank (EZB) die Bilanzen der 128 größten Banken des Euroraums, darunter 24 deutsche Institute, genauer unter die Lupe genommen. Hauptergebnis der Analyse, die auf öffentlich zugänglichen Zahlen der Bloomberg-Datenbank für das Jahr 2012 beruht: Der Großteil der untersuchten Banken präsentiert sich stabil. Doch bei einem kleineren Teil zeigen sich erhebliche Risiken. So haben 5 Prozent der Banken einen Anteil von mindestens knapp 20 Prozent an notleidenden Krediten in ihren Bilanzen; bei 1 Prozent liegt die Quote sogar bei mindestens knapp 38 Prozent. Auffallend hohe Werte bei den Problemkrediten existieren in Zypern, Griechenland, Portugal, Italien und Spanien. In diesen Ländern werden umfangreiche Reformen im Finanzsektor notwendig sein, prognostizieren die IW-Forscher. Kritisch sei auch, dass trotz steigenden Eigenkapitalquoten rund ein Viertel der analysierten Banken in den Jahren 2011 und 2012 sowie im Zuge der Euro-Schuldenkrise Verluste gemacht hätten.

Da sich der gemeinsame Banken-Abwicklungsfonds noch im Aufbau befindet, muss möglicherweise der Steuerzahler einspringen, wenn sich die Bankenkrise zuspitzt, warnt die IW-Studie. Dies könne dadurch passieren, dass die EZB im Oktober 2014 negative Prüfungsergebnisse vorlegt. Um Vertrauensverluste an den Finanzmärkten zu vermeiden, müsse die EZB vorher klar darlegen, wie sie mit möglichen Problemen umgehen will. Dazu gehört neben einer strikten Prüfung auch, zu klären, wie die Abwicklung von Banken finanziert werden soll.

IW-Trends

Markus Demary: IW-Bankenmonitor – Bringt die Bankenprüfung der Europäischen Zentralbank das Vertrauen in den Euroraum zurück?

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Bankenregulierung sollte nicht alle über einen Kamm scheren
Gastbeitrag, 3. Februar 2017

Markus Demary in der Zeitschrift Profil Bankenregulierung sollte nicht alle über einen Kamm scherenArrow

Die wissenschaftlichen Berater von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel forderten laut Medienberichten eine stärkere Regulierung der Banken. Sie folgten dabei einem Vorschlag des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht. Dieses Vorhaben ist aber aus mehreren Gründen problematisch. Ein Gastbeitrag in der Zeitschrift Profil von IW-Finanzmarktökonom Markus Demary. mehr

ECB Might Overshoot the Inflation Target
IW-Kurzbericht, 1. Februar 2017

Markus Demary / Michael Hüther ECB Might Overshoot the Inflation TargetArrow

The European Central Bank (ECB) has prolonged its large-scale asset purchase programs for public and private bonds in December 2016 until the end of 2017. Otherwise the programs would have expired in March 2017. Due to its strong focus on the inflation target of below, but close to 2 percent, the extension of the asset purchasing programs was expected in case of weak inflation dynamics. Inflation, however, recovered at the end of last year due to normalizing oil prices. mehr

Immobilienfinanzierung
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Der deutsche Wohnungsmarkt boomt seit Jahren, die Immobilienpreise steigen stark – und mit ihnen wächst die Angst vor einer Kreditblase. Doch diese Sorge ist unbegründet, wie das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) in einer Studie zeigt. Die meisten Käufer sind finanziell gut aufgestellt, Zahlungsausfälle unwahrscheinlich. mehr