Deutscher Immobilienmarkt Image
Quelle: Tiberius Gracchus Fotolia

Die IW-Studie zeigt, dass jüngst vor allem Nachholeffekte die Preise für Wohnimmobilien in die Höhe getrieben haben. Denn bis 2008 war der deutsche Immobilienmarkt von stagnierenden, teilweise sogar fallenden Preisen geprägt. Als dann vor allem in den Metropolen die Nachfrage stark anzog, aber nicht ausreichend neuer Wohnraum geschaffen wurde, gab es bei den Immobilienpreisen viel Luft nach oben.

Doch trotz des Preisanstiegs in den vergangenen Jahren liegen die Kosten des Wohnens im Eigentum in den meisten Regionen dank der aktuell niedrigen Kreditzinsen deutlich unter den Mietkosten. Das zeigen die IW-Experten anhand des sogenannten Wohnnutzerkostenkonzepts, das überprüft, ob Kaufen oder Mieten auf lange Sicht billiger ist. Im Jahr 2008 lohnte es sich demnach in 95 Prozent der deutschen Kreise und kreisfreien Städte, zur Miete zu wohnen. 2014 war es nur noch in den Landkreisen Miesbach, Aichach-Friedberg, Rosenheim und in Kempten im Allgäu sinnvoll zu mieten – allerdings betrug der Kostenvorteil des Mietens auch dort weniger als zehn Prozent.

Selbst ein Ende der Niedrigzinspolitik der EZB würde daran kaum etwas ändern, zeigt die IW-Studie: Stiegen die Kreditzinsen um 1 Prozentpunkt, lägen die Selbstnutzerkosten nur in 35 Kreisen und kreisfreien Städten um mehr als 10 Prozent über den Mietkosten. Davon betroffen wären ausschließlich Regionen im boomenden Bayern.

„Das Volumen der Immobilienkredite, die in Deutschland vergeben werden, sollte Kritiker ebenfalls beruhigen“, sagt Michael Voigtländer, Leiter des Kompetenzfelds Finanz- und Immobilienmärkte im IW Köln: „In Ländern wie Spanien oder Irland hatte sich das Kreditvolumen im Vorfeld der Finanzkrise nahezu verdreifacht. In Deutschland sind die vergebenen Immobilienkredite seit 2010 nur um rund 9 Prozent gestiegen.“

Immobilienpreise noch mit Luft nach oben I

Abweichung der Selbstnutzerkosten zu den Mieten bei gegebenem Zins und konservativen Preiserwartungen in Prozent (Klicken Sie auf die Regionen, um mehr zu erfahren)

Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft Köln

Immobilienpreise noch mit Luft nach oben II

Abweichung der Selbstnutzerkosten zu den Mieten bei einer Zinserhöhung um 1 Prozentpunkt und konservativen Preiserwartungen in Prozent (Klicken Sie auf die Regionen, um mehr zu erfahren)

Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft Köln

Diese Karten können Sie kostenlos auf Ihrer Website einbetten. Schicken Sie eine Mail an onlineredaktion <AT> iwkoeln.de

IW-Trends

Michael Schier / Michael Voigtländer: Immobilienpreise – Ist die Entwicklung am deutschen Wohnungsmarkt noch fundamental gerechtfertigt?

IconDownload | PDF

IW-Kurzbericht, Nr. 44 vom 29. Juli 2016

Mietspiegel Zeit für moderne MietspiegelArrow

Die Diskussion um die Mietpreisbremse hat die Mietspiegel in den Vordergrund gerückt. Mietspiegel sollen eine wichtige Informationsbasis für Mieter und Vermieter darstellen, doch faktisch werden sie kaum genutzt und für die Anwendung der Mietpreisbremse sind sie kaum geeignet. Zeit daher, die Mietspiegel auf eine bessere Grundlage zu stellen. mehr

7. Juli 2016

Immobilien Energetische Gebäudesanierung ausbaufähigArrow

Wunsch und Wirklichkeit klaffen in kaum einem Klimaschutzfeld so weit auseinander wie bei den Immobilien. Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) hat untersucht, woran die energetische Modernisierung derzeit scheitert – und wie sie sich voranbringen lässt. mehr auf iwd.de

Michael Voigtländer in Market Insights and Updates
Gastbeitrag, 5. Juli 2016

Michael Voigtländer in Market Insights and Updates Macro Prudential Instruments for the German Mortgage MarketArrow

It is without question that regulations are necessary in the banking system, but regulators should be more patient and analyse the outcome of regulations in greater detail, says the IW Institute's real estate expert Michael Voigtländer in a guest commentary for Market Insights & Updates. mehr