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Das Statistische Bundesamt geht von einer hohen Zuwanderung in den kommenden Jahren aus. Quelle: william87 Fotolia

Die Zuwanderung bleibt zunächst auf rekordhohen 500.000 Personen pro Jahr, langfristig sinkt die Zahl auf 100.000 bis 200.000. Davon geht das Statistische Bundesamt in seiner 13. Koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung aus und kommt zu dem Ergebnis, dass die Bevölkerung in Deutschland in den nächsten 15 Jahren fast konstant bleibt.

Das Ergebnis des IW Köln sieht ganz anders aus: Bei der IW-Bevölkerungsprognose sinkt die Bevölkerungszahl stetig und liegt 2030 mindestens knapp eine Million unter der Zahl des Bundesamtes. Das Institut geht nämlich nicht davon aus, dass die Zuwanderung auf Rekordniveau noch lange anhält. Derzeit gebe es eine starke Zuwanderung aus Kriegsländern wie der Ukraine und Syrien sowie aus den Krisenländern Südeuropas, doch das könne sich bald ändern, mahnt IW-Experte Philipp Deschermeier. Die politische Lage in den Krisenländern könnte sich verbessern, zudem zieht es viele Einwanderer, etwa aus der Türkei, wieder zurück in ihre Heimatländer. Vor allem aus einem Grund ist für ihn die Prognose des Statistischen Bundesamts gefährlich: „Eine zu positive Prognose mildert den Druck auf die Politik, wegen des Fachkräftemangels aktiv zu werden.“

Das Statistische Bundesamt verwendet ein deterministisches Modell. Grundlage für die Berechnungen sind Annahmen über die Entwicklung der drei wichtigsten Felder Geburten, Sterblichkeit und Zuwanderung. Das IW Köln hingegen setzt auf ein stochastisches Modell, also eine Wahrscheinlichkeitsrechnung basierend auf den Entwicklungen der Vergangenheit.

IW-Trends

Philipp Deschermeier: Die Entwicklung der Bevölkerung Deutschlands bis 2030 - Ein Methodenvergleich

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Ansprechpartner

IW-Kurzbericht, 14. Februar 2017

Oliver Koppel / Axel Plünnecke Erste Erfolge der qualifizierten Zuwanderung aus IndienArrow

Bereits in den letzten Jahren haben Zuwanderer erheblich zur Fachkräftesicherung in MINT-Berufen beigetragen. Bestrebungen, MINT-Zuwanderer aus dem Herkunftsland Indien zu gewinnen, zeigen erste Erfolge – sowohl die Zahl der Beschäftigten in akademischen MINT-Berufen als auch die Zahl der Studierenden in MINT-Fächern sind zuletzt deutlich gestiegen. mehr

Zuwanderung in die Großstädte
Gutachten, 7. Februar 2017

Philipp Deschermeier / Ralph Henger / Björn Seipelt / Michael Voigtländer Zuwanderung in die Großstädte und resultierende WohnungsnachfrageArrow

Die Nachfrage nach Wohnraum in den deutschen großen Städten ist nach wie vor hoch. Ursächlich dafür ist die starke Zuwanderung sowohl aus dem Ausland als auch dem Inland. Allerdings gelingt es den Großstädten nicht, genügend zusätzlichen Wohnraum zu schaffen, um die Nachfrage zu bedienen. mehr

Demografie
IW-Nachricht, 1. Februar 2017

Demografie Schrumpfen war gesternArrow

Die Rekordzuwanderung des Jahres 2015 und steigende Geburtenzahlen hellen die einst düsteren Demografie-Aussichten auf – derzeit wächst die deutsche Bevölkerung. Auch auf lange Sicht rechnet die Bundesregierung mit einer stabilen Bevölkerungszahl. Die politischen Herausforderungen werden aber nicht weniger. mehr