Auszubildende mit Behinderung Image
Firmen, die Jugendliche mit Migrationshintergrund oder sozial Benachteiligte beschäftigen, stellen eher Jugendliche mit Behinderung ein. Foto: Izabela Habur/iStock

Eine Reihe von Faktoren entscheidet darüber, ob ein Unternehmen Menschen mit Behinderung ausbildet oder nicht – etwa die Betriebsgröße: 22 bzw. 34 Prozent aller kleinen und mittleren Ausbildungsunternehmen bilden Jugendliche mit Behinderung aus. Bei Firmen mit mehr als 250 Mitarbeitern sind es über 51 Prozent. Zudem sind Unternehmen, denen Fachkräfte fehlen, eher bereit, Azubis mit Handicap eine Chance zu geben. Ebenfalls eine Rolle spielt, ob Firmen auf Vielfalt setzen. „Firmen, die Jugendliche mit Migrationshintergrund oder sozial Benachteiligte beschäftigen, stellen eher Jugendliche mit Behinderung ein“, sagt IW-Ausbildungsexperte Christoph Metzler.

Die IW-Unternehmensbefragung zeigt außerdem, dass sich einige Vorbehalte reduzieren, sobald Unternehmen Erfahrungen mit Azubis mit Behinderung gemacht haben. So scheuen knapp 47 Prozent der unerfahrenen Firmen den hohen bürokratischen Aufwand, aber nur rund 35 Prozent der erfahrenen Betriebe geben an, dass sie die Bürokratie von weiteren Einstellungen abhält. Ein Problem haben aber alle gemeinsam: Über 68 Prozent der Firmen ohne Erfahrung haben keinen Kontakt zu jungen Menschen mit Behinderung und über 79 Prozent der Firmen, die bereits entsprechende Azubis beschäftigen, haben für weitere Stellenbesetzungen zu wenige Bewerber.

Bei der Frage, welche Angebote das Engagement der Unternehmen besonders gut unterstützen, fällt das Votum in der IW-Umfrage eindeutig aus: Mehr als drei Viertel finden es hilfreich, einen festen externen Ansprechpartner etwa für das Beantragen von Fördergeldern zu haben. Knapp drei Viertel votieren für eine zentrale Informationsstelle zum Thema sowie Ausbildungsmaterial in leichter Sprache. Etwa 37 Prozent nutzen die sozialpädagogische Begleitung für Auszubildende.

IW-Trends

Christoph Metzler / Sarah Pierenkemper / Susanne Seyda: Menschen mit Behinderung in der dualen Ausbildung – Begünstigende und hemmende Faktoren

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Mehr Informationen zu einer inklusiven Personalpolitik und zur dualen Berufsausbildung finden Sie auf dem Informationsportal für kleine und mittlere Unternehmen www.kofa.de.

Ansprechpartner

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In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Zahl der nicht besetzten Lehrstellen in Deutschland verdreifacht. Wie schwer sich die Suche der Unternehmen nach Auszubildenden gestaltet, hängt allerdings stark von der Region und dem Ausbildungsberuf ab. mehr

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Die Verdienste der Auszubildenden sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen – auf zuletzt durchschnittlich 795 Euro im Monat. mehr

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In seinem aktuellen Ausbildungsreport geht der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) mit den ausbildenden Unternehmen hart ins Gericht. Er attestiert ihnen mangelnde Ausbildungsreife und nennt zuvorderst Probleme mit der Ausbildungsqualität als Ursache für den Fachkräftemangel in einigen Branchen. Doch diese Sichtweise ist zu einseitig. mehr