Ausländische Fachkräfte Image
In ländlichen Gebieten Ostdeutschlands, wie hier Prenzlau in der Uckermark, leben bislang kaum Menschen mit Migrationshintergrund. Foto: hsvrs/iStock

Berlin gilt als cool, in München gibt es das Oktoberfest und von Frankfurts Mainhattan haben auch schon viele Ausländer gehört. Doch wer außerhalb Deutschlands kennt schon die Uckermark oder den Spree-Neiße-Kreis? Entsprechend häufig zieht es viele Zuwanderer in die großen westdeutschen Metropolen und eher selten in die ostdeutsche Provinz. Außerdem existieren in den westdeutschen Städten schon heute starke Migrantennetzwerke, die die Zuwanderung fördern. In den ländlichen Gebieten Ostdeutschlands hingegen leben bislang kaum Menschen mit Migrationshintergrund.

Derzeit ist dieses Ungleichgewicht noch kein Problem – der Arbeitskräftebedarf ist in den Städten in Westdeutschland nämlich noch am größten. Allerdings wird sich langfristig der demografische Wandel besonders stark in den ländlichen Gebieten bemerkbar machen. In vielen Kreisen ist bereits heute mehr als ein Fünftel der Beschäftigten älter als 55 Jahre, im bundesweiten Durchschnitt liegt der Anteil hingegen bei 17,4 Prozent.

„Die regionalen Unterschiede müssen beim Zuwanderungsrecht stärker berücksichtigt werden“, fordert IW-Ökonom Wido Geis. Derzeit gelten für alle Regionen in Deutschland beispielsweise die gleichen Gehaltsgrenzen, die darüber entscheiden, ob ein potenzieller Arbeitsmigrant für den Job ins Land kommen darf oder nicht. Dabei unterscheidet sich das Lohnniveau teilweise erheblich. Zugleich, so Geis weiter, müsse die Politik ausländische Fachkräfte gezielt in Regionen lenken, die vom demografischen Wandel betroffen sind. „Partnerschaften deutscher Städte und Regionen mit demografiestarken Gegenden etwa in Südasien könnten unsere ländlichen Gebiete bekannter machen“, sagt IW-Forscherin Anja Katrin Orth.

IW-Report

Wido Geis / Anja Katrin Orth: Regionale Fachkräftesicherung durch Zuwanderung

IconDownload | PDF

Ansprechpartner

Menschen mit Behinderung
IW-Nachricht, 2. Dezember 2016

Menschen mit Behinderung Zentrale Anlaufstelle fehltArrow

Am 3. Dezember wird zum 24. Mal der „Internationale Tag der Menschen mit Behinderung“ begangen. Fast jede zehnte Person in Deutschland ist schwerbehindert, doch abgehängt sind sie deshalb nicht: Für die deutsche Wirtschaft ist die Integration behinderter Menschen vielfach selbstverständlich. Die Politik könnte sie dabei allerdings noch besser unterstützen. mehr

1. Dezember 2016

MINT-Arbeitsmarkt Auf Zuwanderer angewiesenArrow

In Deutschland ist Personal in MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) seit Jahren knapp. Ohne die ausländischen Beschäftigten wäre die Fachkräftelücke sogar noch größer. Zur Verbesserung der Lage braucht es eine gezielte Zuwanderungspolitik. mehr auf iwd.de

MINT-Herbstreport 2016
Gutachten, 30. November 2016

Christina Anger / Oliver Koppel / Axel Plünnecke MINT-Herbstreport 2016 – Bedeutung und Chancen der ZuwanderungArrow

MINT-Kräfte haben eine zentrale Bedeutung für die Innovationskraft in Deutschland. Vor diesem Hintergrund ist es eine gute Nachricht, dass die Erwerbstätigkeit von MINT-Akademikern von 2011 bis 2014 um rund 84.000 pro Jahr gestiegen ist. In vielen Regionen Deutschlands leisten Zuwanderer einen Beitrag gegen Fachkräfteengpässe. mehr