Arbeitsplätze für Flüchtlinge Image
Refugees Welcome: In der Nähe eines Asylbewerberheims in Dortmund drücken Anwohner ihre Unterstützung aus. Foto: Michael Luhrenberg/iStock

Rund eine Million Flüchtlinge kamen im vergangenen Jahr nach Deutschland, darunter viele aus Kriegs- und Krisenländern wie Syrien, Afghanistan, Eritrea und dem Irak. Mit rund 90.000 war die Zahl der Arbeitslosen aus den genannten vier Ländern im Februar 2016 allerdings fast doppelt so hoch wie die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von dort. Denn einen Job zu finden, fällt vielen schwer.

Einen Hoffnungsschimmer liefern die Ergebnisse der Befragung der IW Consult, einer Tochtergesellschaft des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW): Knapp elf Prozent der befragten Firmen haben konkrete Pläne, künftig Flüchtlinge zu beschäftigen. Unternehmen, die bereits Flüchtlinge zur Belegschaft zählen, planen sogar zu über 40 Prozent, weitere Flüchtlinge einzustellen.

Dennoch: Mehr als drei Viertel der Firmenchefs bezeichnen fehlende Deutschkenntnisse als großes Hemmnis, Flüchtlinge einzustellen. Zu geringe fachliche Qualifikationen sind für 60 Prozent der Befragten eine allzu hohe Hürde. Für die Hälfte der Geschäftsführer stehen Unsicherheiten mit dem Aufenthaltsrecht sowie für 17 Prozent ein zu hoher Mindestlohn entscheidend im Weg.

„Die Bundesregierung muss es Flüchtlingen weiter erleichtern, Deutsch zu lernen und sich fortzubilden“, sagt IW-Direktor Michael Hüther, den der Wirtschafts- und Energie-Ausschuss des deutschen Bundestags am Mittwoch, den 16. März, zum Thema hörte. Ein Erfolgsfaktor zur Beschäftigung von mehr Flüchtlingen sei zudem, sie regional gleichmäßig zu verteilen. „Eine zu starke Konzentration anerkannter Flüchtlinge auf wenige Regionen verkleinert ihre Integrationschancen“, so Hüther. Eine Beschränkung der Wohnortwahl auch für anerkannte Flüchtlinge sei deshalb nicht nur mit Blick auf die gleichmäßige Lastenteilung zwischen den Kommunen sinnvoll.

Stellungnahme zur Anhörung des Bundestagsausschusses für Wirtschaft und Energie

Michael Hüther / Wido Geis: Zu den gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen der aktuellen Flüchtlingsmigration

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Ansprechpartner

Flüchtlinge
IW-Nachricht, 25. August 2016

Flüchtlinge Sprachkenntnisse sind der SchlüsselArrow

Die Integration von Flüchtlingen in das deutsche Bildungssystem wird nicht billig. Dennoch sollte die Politik mehr Geld in die Sprachförderung stecken, denn nur mit guten Deutschkenntnissen haben Flüchtlinge eine Chance auf dem Arbeitsmarkt, wie aktuelle Studien zeigen. Dafür muss aber auch das Personal in Schulen und Kitas besser geschult werden. mehr

Gutachten
Gutachten, 18. August 2016

Christina Anger / Anja Katrin Orth / Axel Plünnecke Bildungsmonitor 2016Arrow

In diesem Gutachten für die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft begutachten die IW-Experten unter anderem, wie das Bildungsangebot für Flüchtlinge besser gemacht werden kann. Viele tun sich schwer, eine passende Arbeit zu finden. Vor allem frühkindliche Bildung, eine stärkere Förderung in der Schule und eine gezielte Ausbildungsvorbereitung seien nötig, um die Bildungsdefizite der Geflüchteten zu beheben. Der Bildungsmonitor misst und bewertet seit 2004 den bildungspolitischen Fortschritt in Deutschland. mehr