Anspruchslöhne Image
Quelle: Fotolia

Das geht aus einer Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) auf der Grundlage des „Sozio-oekonomischen Panels“ hervor. Dafür wurden 1.000 Arbeitslose, Schüler, Studenten und Nichterwerbstätige nach dem Lohn gefragt, den sie mindestens verlangen, um eine Stelle anzutreten.Demnach lag der durchschnittliche Nettostundenlohn, den Arbeitslose fordern, im Jahr 2010 bei knapp 7,50 Euro. Daraus leitet sich für Kinderlose in der Steuerklasse I ein Bruttolohn von knapp 11 Euro ab.

Auch mit zunehmender Dauer der Arbeitslosigkeit verändert sich der überhöhte Anspruchslohn kaum. Dadurch steigt die Gefahr von Langzeitarbeitslosigkeit, die wiederum die Verdienstchancen weiter sinken lässt. Anders dagegen ist die Situation von ehemals Arbeitslosen, die einen Job gefunden haben. Sie richteten ihre Ansprüche stärker an den Marktgegebenheiten aus und lagen mit ihren Lohnvorstellungen um nur 9 Prozent über dem üblichen Marktlohn.

Um Langzeitarbeitslosigkeit zu verhindern, empfehlen die IW-Forscher eine intensivere Betreuung durch die Arbeitsagenturen. Diese sollten Arbeitslose laufend mit aktuellen Jobangeboten versorgen und verstärkt zur eigenständigen Arbeitssuche motivieren.

Holger Schäfer / Jörg Schmidt
Anspruchslöhne in Deutschland - Aktuelle empirische Befunde
IW-Trends 4/2012

Ansprechpartner

„Bis 2020 haben wir Vollbeschäftigung“
Interview, 9. Februar 2017

Klaus-Heiner Röhl auf brandeins.de „Bis 2020 haben wir Vollbeschäftigung“Arrow

IW-Ökonom Klaus-Heiner Röhl prognostiziert, dass es auch im Osten Deutschlands bis zum Jahr 2020 vielerorts Vollbeschäftigung geben wird. Im Interview mit dem Onlinemagazin brandeins.de spricht er außerdem über Pendler-Hochburgen und Abwanderungsregionen. mehr

„Industrie 4.0 verspricht steigende Beschäftigung“
Interview, 21. November 2016

Hans-Peter Klös in den VDMA-Nachrichten „Industrie 4.0 verspricht steigende Beschäftigung“Arrow

Wie die Digitalisierung den Arbeitsmarkt verändert, erläutert Dr. Hans-Peter Klös, Geschäftsführer des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) im Interview mit dem Magazin des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau. mehr