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Westdeutschlands Industrie war dagegen mit mehr als doppelt so hohen Arbeitskosten – 36,28 Euro je Stunde – sechstteuerster Standort der Welt. Gegenüber dem Durchschnitt der etablierten ausländischen Konkurrenz produziert die westdeutsche Industrie damit um 25 Prozent teurer. Die neuen EU-Mitglieder sind dabei ebenso wenig eingerechnet wie Exportweltmeister China, das lediglich auf Kosten von 2,69 Euro pro Arbeitsstunde kommt. Die Arbeitskosten setzen sich zusammen aus den Stundenlöhnen und den Personalzusatzkosten.

Auch der günstige Einkauf von Vorleistungen bei Fremdunternehmen drückt die Lohnkosten hierzulande nicht wesentlich. Zum einen kauft die Industrie nur ein Viertel des Arbeitsvolumens zu, etwa bei Speditionen. Zum anderen sind die Vorleister in Deutschland lediglich um 20 Prozent günstiger als das Verarbeitende Gewerbe selbst. Insgesamt reduzieren sich die deutschen Arbeitskosten durch den Vorleistungsverbund nur um 5 Prozent. Auch in anderen Ländern lagert die Industrie bestimmte Arbeitsschritte aus und spart damit Kosten. Deutschland ist deshalb in punkto Arbeitskosten unter Berücksichtigung der Vorleistungen der fünftteuerste Standort der EU.

Christoph Schröder
Industrielle Arbeitskosten im internationalen Vergleich
IW-Trends 4/2011

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