Euroländer Image
Quelle: Fotolia

Schon die Ankündigung der neuen Währung ließ ab etwa 1995 die Zinsaufschläge kräftig sinken, die die Südländer – verglichen mit Deutschland – auf Staatsanleihen zahlen mussten. Damit verringerten sich die Zinslasten erheblich: Der griechische Staat beispielsweise musste 2005 nur noch 4,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für Zinszahlungen aufwenden, gegenüber mehr als 11 Prozent Mitte der 1990er Jahre.

Die Griechen und auch die Portugiesen nutzten den dadurch vergrößerten Spielraum jedoch nicht aus. Statt wachstumsfördernde Investitionen anzukurbeln, wurden vor allem die Sozialausgaben zum Teil massiv ausgeweitet – in Griechenland etwa von 19 Prozent des BIP im Jahr 1995 auf mehr als 25 Prozent 2007. In Portugal stieg die Sozialausgabenquote ähnlich stark an. Beide Länder trieben damit bereits vor der jüngsten Krisen- Zuspitzung die gesamten Staatsausgaben in die Höhe.

Berthold Busch, Michael Grömling, Jürgen Matthes
Ungleichgewichte in der Eurozone – Ursachenanalyse und wirtschaftspolitische Empfehlungen
IW-Analysen Nr. 74, Köln 2011, 114 Seiten, 19,90 Euro.
Versandkostenfreie Bestellung unter: www.iwmedien.de/Bookshop

Ansprechpartner

Italiens Banken nach Referendum
IW-Nachricht, 5. Dezember 2016

Italien Unsicherheit kann Banken destabilisierenArrow

Die Banca Monte die Pasci di Siena, die drittgrößte Bank Italiens, muss bis zum Ende dieses Jahres einen Großteil ihrer Problemkredite ab- und Eigenkapital aufbauen. Der Ausgang des Referendums macht die Erfüllung dieser EZB-Auflage schwieriger. Andere italienische Banken stehen vor ähnlichen Problemen. mehr

5. Dezember 2016

Referendum „Italien ist ein anderes Kaliber als Griechenland“Arrow

Italien hat sich gegen eine Parlamentsreform entschieden, Ministerpräsident Matteo Renzi ist zurückgetreten. Im Interview spricht Jürgen Matthes, Leiter des Kompetenzfelds Internationale Wirtschaftsordnung und Konjunktur am Institut der deutschen Wirtschaft Köln, über das Wahlergebnis und dessen Folgen. mehr auf iwd.de

New Skills Agenda der EU-Kommission
IW-Nachricht, 5. Dezember 2016

New Skills Agenda der EU-Kommission Image der Berufsausbildung verbessernArrow

Die Europäische Woche der Berufsbildung soll die berufliche Ausbildung attraktiver machen. Das duale Ausbildungssystem in Deutschland kann dabei insbesondere Ländern mit hoher Jugendarbeitslosigkeit als Vorbild dienen. mehr