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Den Iren gelang es auch, den Anteil der Armen an der Bevölkerung von 15 Prozent im Jahr 1994 auf 5 Prozent sieben Jahre später zu reduzieren – wobei der irische Armutsbegriff nicht nur auf die Einkommen abstellt, sondern auch den tatsächlichen Lebensstandard berücksichtigt. Zu diesem Erfolg hat die Wirtschaftspolitik beigetragen, indem Regierung, Arbeitgeber und Gewerkschaften in mehreren Abkommen Ausgabenkürzungen und Lohnzurückhaltung vereinbarten. Im Gegenzug nahm der Staat in einem solchen Ausmaß Steuersenkungen vor, dass die Nettolöhne trotzdem beträchtlich stiegen. So kletterten von 1994 bis 2001 die Nettolöhne in der Industrie preisbereinigt um 42 Prozent, obwohl es brutto real nur 16 Prozent mehr gab. Hinzu kam, dass die Iren die sich bietenden wirtschaftlichen Chancen beim Schopf zu packen wussten – etwa dadurch, dass sie amerikanische Investoren mit niedrigen Unternehmenssteuern ins Land lockten und die EU-Strukturfördergelder sinnvoll zur Verbesserung der Infrastruktur sowie für Aus- und Weiterbildung nutzten.

Christoph Schröder
Weniger Armut durch mehr Wachstum? Der irische Weg zur Bekämpfung der Armut
gefördert von der informedia-Stiftung – Gemeinnützige Stiftung für Gesellschaftswissenschaften und Publizistik Köln
IW-Analysen Nr. 13, Köln 2005, 92 Seiten, 14,80 Euro
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